Reisetagebuch Madeira mit Bildern

von Karin Houriet & Thomas Friedli, erlebt vom 26. Februar bis 5. März 2005

Weiterführende Links
11. Februar 2005


In zwei Wochen geht es los! Wir freuen uns riesig auf unsere Ferien und besuchen täglich die Wetterprognosen für Madeira und hoffen, dass die Temparaturen noch mindestens ein paar Grade steigen werden! Und vor allem, dass wir trockenes Wetter haben werden! Daneben blättern und lesen wir viel in Reiseführern und studieren unseren Wanderführer. Wo gibt es wohl die schönste Wanderung und überhaupt, wo liegt eigentlich unser Hotel genau??? Einigermassen genaue Karten für Madeira scheinen zumindest im Internet rar zu sein...


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22. Februar 2005


So, bald geht's los! Nur noch vier Tage! Während wir das winterliche Wetter hier in der Schweiz noch geniessen, sehnen wir uns doch auch nach einer wärmenden Sonne! Die Prognosen für Madeira sehen auch schon wärmeres Wetter vor. Ob es mit der Sonne klappen wird, ist jedoch noch fraglich! Gestern abend wurde für Samstag Sonne pur in Madeira gemeldet, heute morgen lauten die Prognose für Samstag auf Dauerregen! Wir werden es sehen!


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26. Februar 2005


Heute um 07:15 ging die Reise also los! Vorerst mit der BLS und der S2 nach Bern! Als erfahrene S2-Benutzer wissen wir natürlich von der Unzuverlässigkeit dieser Bahn und liessen uns durch die Ankündigung, dass der Zug aus unbekannten Gründen bis auf weiteres an der weiterfahrt gehindert wird (Lautsprecherdurchsage) nicht aus der Ruhe bringen. Wohlweisslich hatten wir schon mal eine halbe Stunde Verspätung einkalkuliert. Dennoch reichte es auf den Intercity, welcher uns ohne weitere Pannen an den Flughafen brachte.

Der Flieger, welcher uns nach Lissabon fliegen sollte, hatte sich jedoch verflogen (oder konnte er infolge eines Wolkenbruchs über Lissabon nicht pünktlich starten?), so dass wir genügend Zeit hatten, den Flughafen Kloten zu inspizieren, bevor es dann endlich südwärts ging! Hier am Flughafen konnten wir nun auch noch eine Landkarte von Madeira kaufen.


Arbeiten am Flughafen Kloten - natürlich für unsere Homepage!


Der Flug mit der Air Portugal verlief dann problemlos. Auch dank unseren täglichen Erfahrungen mit der Berner S2 . So konnten wir uns ohne Probleme in die engen Sitzreihen pferchen. Auch gab es kein Plastikbesteck zum Essen! Das kleine Sandwich (mit Rotwein!) assen wir einfach von Hand!


Aussicht auf Lissabon aus dem Flugzeug!


Wegen starken Winden auf Madeira blieben wir dann vorerst in Lissabon stecken, mit einer Stunde Verspätung ging es dann weiter nach Madeira. Um unsere Flexibilität betreffend Essen nicht zu strapazieren gab es zur Verpflegung wiederum ein Poulet-Sandwich mit Currysauce und ein Schoggichüechli!

Ohne weitere Verzögerungen erreichten wir dann Madeira. Auch der Abholdienst klappte einwandfrei! Mit dem Mercedes ging es dann Richtung Hotel! Schon schnell stellten wir fest, dass es in Madeira nur zwei Arten von Strassen gibt. Solche, die steil hinauf und solche, die steil hinuntergehen. Gut, ab und zu gibt es auch flache Stücke, dies sind dann Tunnels oder Brücken!

Auf der Fahrt zum Hotel erlebten wir dann auch den ersten Wolkenbruch. Schnell stellten wir fest, dass wir uns nie werden ärgern müssen, weil wir den Regenschutz vergessen haben. Das regnet hier so stark, dass man innert kürzester Zeit mit oder ohne Regenschutz nass wird!

Die Hoteleinfahrt liess unsere Herzen dann aber höher schlagen! Wir scheinen wirklich ein Klasse-Hotel erwischt zu haben! Mehr dazu gibt es morgen! Ein Bild unseres Zimmers sei aber bereits heute zu sehen!


Unser Hotelzimmer für die nächsten sieben Tage.


Glücklich aber todmüde gehen wir nun zu Bett!

Zur Diashow des ersten Tages!

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27. Februar 2005


Inzwischen ist bereits Mittag geworden...Thomas geht nun gerade einige Sehenswürdigkeiten des Hotels knipsen und ich habe den Auftrag gefasst, einige News/ Highlits des heutigen Tages schriftlich festzuhalten. Nach einer wirklich erholsamen Nacht, waren wir beide heute Morgen gespannt auf die Umgebung bei Tageslicht. Waren wir doch gestern bereits im Finsteren ins Hottel chauffiert worden. Gerade vor unserem Balkon steht ein blühender Magnolienbaum mit saftig-grünen Blättern. Wir haben von unserem Hotelzimmer aus Blick ins Grüne - wunderbar! Nur das Wetter begrüsst uns heute nicht von der freundlichsten Seite. Es wird uns gezeitgt, was richtiger Regen ist. Auf gut Deutsch: Es schüttet aus Kübeln. Die Temperaturen werden aber auch heute wohl wieder um ca. 15°C sein, so schätze ich. Die Hotelaussicht wäre inspiziert, die Wetterlage zur Kenntnis genommen,

Unser Hotel!

ab zum Frühstücksbuffet, wo wir beide schon seit gestern Abend gespannt darauf sind. Schnell stellen wir fest: Gut sind wir sieben Tage hier, denn heute können wir unmöglich alles degustieren! Wir sitzen nun hier also in einer Art Salon mit klassischer Hintergrundmusik, mit der Thomas eher etwas Mühe hat und ich rakkere mich mit all meinem Besteck ab. Ich gebe zu, total überfordert zu sein. Bei einem Menue mag es ja noch zu meistern sein, mit zwei Gabeln und zwei Messer... Aber was mache ich bei einem Zmorge mit drei Messer, zwei Gabeln und drei Löffeln, in der Grösse natürlch variierend, was mich noch mehr verwirrt. ;-) Nun ich habe sieben Tage Zeit, irgend einen logischen Ablauf meiner Hilsmittel herauszufinden.

Weitere Inspektionen folgen nach dem ausgezeichneten Frühstück und einer Verdauungspause schon bald: Der Fitnessraum und das Bad stehen auf dem Programm. Viele verschiedene Geräte stehen da;

Training im Kraftraum!

etwa 6 Stück. Thomas testet alles aus und ich als totale Laufbandgegnerin stürze mich aufs...Laufband. Nun ja, es muss doch

Training auf dem Laufband...


trotzdem mal getestet werden. Nach meinem Training das sonst draussen im wunderschönen Emmental stattfindet, bin ich nach-wie-vor überzeugt: Draussen ist es schöner und die Zeit geht schneller vorbei. Aber das Laufband hat zugegeben doch auch seinen Reiz.

... und im Wasser!

Nach dem Lauf- und Kraftrmachten wir einen Schwumm im lauwarmen Nass und genossen danach in vollen Zügen, ganz für uns alleine und ohne Schlange-stehen, das wohltuende Sprudelbad.

Entspannung "pur" im Strudelbad!

Das Wetter ist seither unverändert. Kurz zeigte sich die Sonne und es hörte auf zu regnen. Die Zeit reichte nicht um uns für draussen klarzumachen, schon kam eine neue Regenfront. So werden wir wohl diesen angebrochenen Nachmittag mit lesen, spielen, stricken, Musik hören und natürlich Homepage aktualisieren, was uns wirklich Spass macht, verbringen.


So lässt es sich entspannen!

Zur Diashow des zweiten Tages!

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28. Februar 2005


Heute Morgen ging es als erstes wieder in den Kraftraum und aufs Laufband - noch vor dem Frühstück! Nach dem ausführlichen Brunch ging es mit dem Hotelbus nach Funchal, wo wir eine ausführliche Stadtbesichtigung vornahmen - bei meist herrlich-sonnigem Wetter!


Schnee in Madeira!

Normalerweise gibt es in Madeira an zwei Tagen im Jahr Schnee, ansonsten ist es auch im Winter kaum einmal unter 18° kalt. Seit ein paar wenigen Jahren haben sich jedoch im Zuge der Klimaerwärmung die Winde verändert. Doch einen so nassen und kalten Frühling soll es noch nie gegeben haben! Sogar Ende Februar hat es noch einmal Schnee gegeben!


Hafenpromenade von Funchal.

Doch wie gesagt, konnten wir heute einen sonnigen Tag geniessen, auch wenn die Temparaturen noch nicht gerade zum Baden eingeladen haben, aber die Queksilbersäule erreichte doch stolze 17,5°C!... Rund die Hälfte der Einwohner von Madeira (ca. 280'000) leben in Funchal der Haupstadt der Insel, welche zu Portugal gehört. Somit herrschte in der Stadt recht viel Betrieb in den oftmals sehr engen Gassen! Nun sind wir also hier in der Hauptstadt und wir sind nun wirklich keine Stadtmenschen...was stellen wir an? Nach eingehendem studieren des Wanderführers auf einem sonnigen Bänkchen am Hafen, fanden wir dann eine nicht - allzuweit enfernte Levada - Wanderung. Kurz nachdem wir uns für diesen Ausflug entschlossen haben, wurde unser Vorhaben durch einige heranziehende dunkelgraue Wolken bereits wieder verworfen. So machten wir hier an der Promenade einige Schritte und studierten hie-und-da Plakate, was den Touris zu horrent - teuren Preisen so angeboten wird.


Gemüse-/Früchtemarkt "Mercados dos Lavradores".

Wir erinnerten uns doch im Flieger vom sehenswerten Gemüse- und Früchtemarkt gelesen zu haben, der darin als sehr sehenswert beschrieben wurde. So hatten wir bereits ein neues Ziel vor Augen und machten uns auf, auf die Suche zur Markthalle. Einem Apfelkauf konnte ich (= Karin) natürlich nicht widerstehen! ;-)


Typische Vegetation auf Madeira!

Aufgrund des feuchten und warmen Klimas ist die Insel ein sehr grünes Paradies! Bei vielen Pflanzen, zum Beispiel Bananen, sind zwei Ernten möglich! Dies erzählte uns der Buschauffeur, als er uns am ersten Abend zum Hotel fuhr. Allgemein erleben wir das Volk als sehr auskunftsfreudig...stolz beginnen sie sofort über "ihre" Insel zu schwärmen, wozu sie auch allen Grund haben!

Nun ja, auch der Markt ist mal gesehen und wir bekommen genug von den vielen Leuten...es zieht uns wieder ins Grüne. Beim Bummeln an der Hafenpromenade entdeckten wir mitten in der Stadt ein Seilbähnchen welches inmitten der Stadt startet und nun auch uns hinauf zum "Monte Palace Tropical Garden" gondelte. Nach einer sehr, sehr gemütlichen Seilbahnfahrt (für seilbahnerfahrene Schweizer wie wir es sind), kamen wir nach ca. 15 min. oben an. Der Himmel hat sich wieder mal verdunkelt, was uns inzwischen weniger frustriert als am ersten Ferientag, da wir inzwischen gelernt haben: Ein Regenguss ist auf Madeira nicht von langer Dauer. :-)


Rosa Orchideen - der lateinische Name ist uns gerade entgangen...

Nebst der Blumenpracht im Botanischen Garten gibt es dort weiter ein Gesteinmuseum zu besichtigen. All die Gesteine die auf Madeira vorkommen sind hier ausgestellt - fast so reichhaltig wie die Flora scheint es auf deser Insel auch im Innern des Felsens zu sein (Bilder siehe in der Diashow).


Jeder irgendwie nutzbare Fleck wird von Hand bepflanzt!

Weil Madeira sehr gebirgig ist und es kaum ein flaches Stück Land gibt, werden nicht nur die Häuser in den Berg gebaut, sondern wo immer möglich Terassen zur Bepflanzung angelegt. Viehzucht oder Getreideanbau ist unter solchen Umständen kaum möglich auch können keine Maschinen eingesetzt werden. Deshalb werden vor allem Gemüse, Weinreben und allerlei Früchte angebaut.

P.S.: Um jeglichen Spekulationen und Fragen ein Ende zu setzen: Wir haben weder geheiratet, noch sind wir auf Hochzeitsreise, noch wäre etwas entsprechendes geplant! Wir geniessen einfach unsere Ferien und haben eher zufällig ein 5*-Hotel gebucht!!!

Zur Diashow des dritten Tages!

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1. März 2005


Heute Morgen gab es kein Fitness und kein Laufband und auch keinen Kraftraum! Dafür können wir von Ereignissen berichten, die noch in keinem Madeiraführer zu finden sind: Von Madeira im Schnee!!! Doch alles der Reihe nach!

Fahrt durchs Schneegestöber!

Als wir heute morgen aufstanden, herrschte wunderschönes Wetter, kein Wölkchen war am Himmel zu sehen. Voller Tatendrang assen wir unser Frühstück und freuten uns auf die bevorstehenden Touren in unserem Mietauto!

Fahrt zum Encumeada-Pass.

Als erstes wollten wir dieLevada - Wanderung (bei Rabacal) zu den 25 Quellen unternehmen. Bei Sonnenschein waren wir gestartet und dass wir in den Bergen Wolken sahen, hat uns nicht weiter beunruhigt, ist dies doch fast der Normalfall in Madeira. So fuhren wir die engen Serpentinen mit oftmals über 20% Steigung zum Encumeada-Pass hinauf. Ab 1500m kamen wir dann fast ohne Vorwarnung ins Schneegestöber. Schneeräumungsmaschinen scheint es auf Madeira keine zu geben und so fuhren wir schnell einmal durch 20cm

Unser Mietauto!

Neuschnee. Und dies mit Sommerpneus! Am Anfang fanden wir es noch interessant, doch dann wurde es mir langsam mulmig! 20cm nasser Neuschnee, 20% Steigung, Sommerpneus, Autofahrer, die sich Schnee nicht gewohnt sind, das kann sicher nicht gut kommen und so kehrten wir kurz entschlossen um! Nach dem Ecumeada-Pass käme später ein Hochplateau das sich Paul da Serra nennt. Dort brach vor 400'000 Jahren letztmals der Vulkan aus, worauf sich Lavaströme übers ganze Land ergossen und der Insel das heutige topographische Erscheinungsbild vermitteln.

Küste bei Sao Vicente.

Der Schnee auf Madeira gab mir schon etwas zu denken. Nicht nur wegen den Strassenverhältnissen, auch wegen der Klimaänderung (auf Madeira spricht man nicht von Klimaerwärmung)! Denn wenn hier künftig auch Ski gefahren werden kann, fahren uns bald nicht nur die Österreicher, Italiener, Kanadier und Amerikaner um die Ohren, sondern auch die Portugiesen! Wenn nicht wegen der Klimaveränderung, dann doch zumindest zum Wohle der Schweizer Skinati sollte doch sofort mindestens ein autofreier Sonntag pro Monat eingeführt werden. Damit wir auch in fünf Jahren noch vereinzelt eine Rangierung in den Top 20 feiern können! Doch zurück zu unserem Ausflug.

Steilküste Ponto da Pargo.

Wie gesagt fuhren wir wieder zurück zur Passhöhe und bogen dann nach Sao Vicente, an die Nordküste der Insel, ab. Es folgte eine kurvenreiche Fahrt entlang der wilden, zerklüfteten Küste die aus dunklem Lavagestein besteht (Sao Vicente - Porto Moniz - Ponto do Pargo). So gab es mit den saftig-grünen Pflanzen schöne Kontraste und die Wasserfälle die sich immer und immer wieder über die Fälswände auf die Strasse oder ins Meer sttürzten, zwangen uns zu zahlreichen Fotostops. In Porto Moniz besichtigten wir die natürlichen Lavaschwimmbecken an der Küste die es einem ermöglichen in Becken zu baden ohne riesigen Wellengang. Aber dafür müssten wir bei sommerlicher Jahreszeit nochmals kommen. (Siehe Diashow).


Von Ponto da Pargo aus ging es dann auch los auf unsere erste Wanderung auf Madeira!


Durch schattenspendende Eukalyptuswälder.


Unsere erste Levada.

Die Insel ist überstreut mit unzähligen Levada - Wanderungen (Bewässerungskanäle). Da dies nicht wirklich Wanderwege sind, sondern der Trampelpfad entstand bei der Erstellung des Kanals, sind diese Wanderungen nicht ausgeschildert. Ist die Levada mal gefunden, was die grösste Herausforderung war an dieser Wanderung, lässt es sich in zahlreichen Windungen mit minimstem Gefälle/ Steigung entlanglaufen. Mit Hilfe unseres Wanderführers stiessen wir auf diesen Ausflug und versuchten ihn nachzuahmen. Noch jetzt ist uns unklar, ob wir wirklich genau diese Wanderung 1:1 gelaufen sind wie im Führer beschrieben. Auf der Levada angekommen / fündig geworden, konnten wir die Wanderung dann unbeschwert geniessen und den Führer fürs erste versorgen.


Immer schön dem Wasser nach!

Diese Levadawanderung ist im Ostteil der Insel. Wir waren erstaunt über die trockene Vegetation - regnete es doch die letzten Tage / Wochen sehr viel, wie uns auch unsere Ferienbetreuerin (von Falkon- travel) klagte.


Melken auf Madeira.

Unterwegs konnten wir auch die Landwirtschaft auf Madeira etwas näher kennen lernen. Da es keine kalten Winter gibt und die Grünflächen meist sehr klein sind, gibt es weder Ställe noch Zäune. Die Kühe und Ziegen werden auf den Wiesen an rund fünf Meter langen Seilen angebunden und auch direkt auf der Weide gemolken. Am Abend sieht man dann entlang der Strassen überall Bauern mit einem oder zwei Kessel Milch warten, dass sie der Sammelwagen abholt.


Sonnenuntergang in Ponto da Pargo.

Pünktlich für den Sonnenuntergang waren wir wieder zurück in Ponto de Pargo. Auch wenn es nicht zu einem klassischen Sonnenuntergang mit einer feuerroten Kugel reichte, wurden wir dennoch für unsere Strapazen belohnt! Wer hätte heute morgen im Schneegestöber gedacht, dass wir noch so einen sonnigen Tag erleben werden? Als die Sonne dann endgültig den Tag verabschiedet hatte, setzten wir uns ins Auto und nahmen den Heimweg zum Hotel in Angriff. Von da lagen noch 70 km Strasse vor uns. Anfänglich sehr kurvenrereich, danach in zügigem Tempo. Am abenteuerlichsten war es aber, als die Autobahnausfahrt hinter uns gelassen war und wir uns mit den unzähligen Windungen und Seitenstrassen - teilweise Einbahnstrassen im Finsteren auseinandersetzten. Das Hotel fanden wir dann aber stolz auf Anhieb was bei dieser Hotellage überhaupt nicht selbstverständlich ist! Hotel erreicht, ging's dann bald nach diesem sehr eindrucksvollen Tag, wo wir Frügling, Sommer, Herbst und Winter abwechslungsweise erlebten, müde bettwärts...

Zur Diashow des vierten Tages!!

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2. März 2005


Nach einem genmütlichen Morgen im Hotel, den wir so gestalteten da uns draussen Regen begrüsste, entschlossen wir uns gegen Mittag doch mal in unser Mietauto zu sitzen und damit auf Sonnensuche zu gehen. In den vergangenen Tagen haben wir gelernt: Wenn es hier regnet, kann ein paar Kilometer weiter meereswärts die Sonne scheinen. Diesen Versuch machten wir dann... vergebens. Da wir aber nun bereits im Auto angeschnallt waren. waren wir von den Windverhältnissen überzeugt, dass an der Nordküste die Sonne anzutreffen ist. So fuhren wir auf dem uns inzwischen vertrauten Weg nach Sao Vicente. Und siehe da: SONNE! :-) Die Nordwestküste kannten wir bereits vom Vortag und Thomas hatte ein Ziehen ins sich, nach Santana zu gelangen. In den Reiseführern wird Santana als ein Aushängeschild Madeiras beschrieben. Bekannt ist dieser Ort primär wegen seiner Strohdachhäuser von früher. Einige seien noch bewohnt, erklärte uns die Reisebegleiterin unseres Reisebüros... So bogen wir in Sao Vicente also nach rechts ab und folgten der geschlängelten Strasse ostwärts...


Unser Auge ist von diesen Ferien wiederum um eine Pflanzenart reicher...

So genossen wir eine kurvenreiche Fahrt von Sao Vicente - Ponta Delgada - Boaventura - Sao Jorge bis wir nach Santana gelangten. Auf dieser Strecke fuhren wir zwischen Rebbergen und kleinen schmucken Dörfchen vorbei, die vom Tourismus noch unberührt schienen. Und unser treuer Begleiter war die Sonne. In Boaventura gings an zahlreichen Weidesträucher vorbei - ein Ort, wo diese zur Korbflechterei genutzt werden. Die Fahrt war sehr kurzweilig, einige Autostops folgten an übersichtlichen Winkeln, wo fast die ganze Nordküste Madeiras überblickbar war, ...natürlich um auch den Knopf des Fotoapparates ein weiteres Mal zu drücken. Einer dieser Stops folgte in Arco de Sao Jorge, wo mir ein Früchtehändler, bevor ich überhaupt ein Auge auf die Aussicht werfen konnte, seine Ware zum Besten gab. Ja, ich liess mich überreden und kaufte einige noch nie gegessene, bei ihm degustierte Früchte ein. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das Geschäft bei ihm letztendlich auzfging. Ich glaube bald so viel degustiert zu haben, wie ich dann letztendlich einkaufte.


Nach abgeschlossenem Geschäft und einem verschmitzten Lächeln von Thomas, wie ich mich so um den Finger wickeln lasse, gings dann doch noch die Aussicht geniessen. Ganz im Westen, weit weg, war das bereits bekannte Porto Moniz zu erkennen, der Horizont im Osten war damals für uns noch unbekannt...


Zuerst den portugieseischen Namen der Frucht nachsprechen, dann gibts ein Degustationshäppchen - ein Früchteverkäufer an der Strasse.

So setzten wir uns wiederum ins Auto und fuhren den Rest bis Santana. Das Wetter immer noch sonnig, stiegen wir aus dem Auto und gingen auf Strohdachhaus-Suche. Hie - und - da sahen wir eines, doch waren wir insgesamt etwas enttäuscht, hatte es nicht mehr davon. Andererseits verstehen wir die Einwohner Santanas, nachdem wir das Innenleben eines solchen Häuschens gesehen haben, dass wohl jeder ein "normales" Haus = zeitgemässes vorzieht.


Casas de colmo - Strohhäuser in Santana.

Durchs Landesinnere... (Santana - Faial - Machico - Santa Cruz...unter der Landebahn des Flughafens durch - Funchal)...gings dann wiederum hotelwärts. Der Fitnessraum und der Whirlpool wurde wieder mal von uns beiden innig genutzt. Danach folgte ein feines Znacht mit Musik und Tanz aus Madeira im Hotel. Ganz klar, dies war eine Touristenattraktion und war echt unterhaltend und eine Abwechslung der besonderen Art. Schmunzelnd musterten wir die Trachten, den Sänger sowie den Tanzstil dieser Musikgruppe Madeiras. Schon bald mussten wir dann aber auch mitmachen. "Leider" gibt es davon keine Fotos...

Zur Diashow des fünften Tages!!

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3. März 2005


Heute ist der Start in den Tag wiederum gemütlich. Wir blicken von unserem Zimmerbalkon zum Himmel und sind uns nicht recht schlüssig, wo uns auf dieser grünen Insel die Sonne am meisten begrüssen wird. Zuerst geht's aber einmal mehr zum feinen Frühstücksbuffet, wo wohl beide von uns unsere Favoritenhäppchen des Morgens kennen und sich ein gewisser Ablauf eingespielt hat. Doch noch jedes mal ist dies ein Genuss mit viel Vorfreude verbunden. Trotz den unsicheren Wetterverhältnissen wollen wir im Hotel nicht mehr Zeit verstreichen lassen - schnüren unsere Wanderschuhe und setzen uns ins Auto. Das Ziel ist noch unbekannt, das Zwischenziel: Cabo Girao steht aber bereits fest. Bereits gestern waren wir hier oben, tummelten uns aber dann in den Wolken. Heute scheinen wir mehr Glück zu haben.


Die zweithöchste Steilküste der Welt: Cabo Girao

Wenige Autokilometer auf der Autobahn geht es von Camera de Lobos westwärts und innert Kürze, einige Höhenmeter angestiegen, stehen wir wie gestern wiederum hier oben. Diesmal gewährt uns das Wetter einen klaren Blick in die Tiefe. 580m geht es von hier nach unten! Wir sind natürlich nicht die einizigen. Wir teilten dieses wohl sehr beliebte Ausflugsziel mit zahlreichen Touristen. Die Aussicht ist dann aber schnell mal genossen und wir müssen uns entscheiden, ob wir ost- oder westwärts weiterfahren wollen, um dem Regen auszuweichen / möglichst viel von der Sonne zu profitieren. Für mich (Karin) ist klar, im Westen hat es viele Wolken...im Osten ist es nur dunstig. Thomas fügt sich meiner Meinung und folgt meinem Vorschlag. Ich begründete meine Wahl der Himmelsrichtung auch damit, dass wir den Osten der Insel noch nicht kennen. Also ging's los.


Ponta de Sao Laurenco

Wir nahmen die Strecke Cabo Girao - Funchal - Machica - Canical unter die Räder und fuhren an den Ostzipfel Madeiras hinaus zum "Punta do Buraco", wo die Strasse mit einem Kreisel ein Ende nahm. Der Himmel hat sich verdunkelt und bereits auf der Fahrt musste ich feststellen, dass es im Osten nicht "nur" dunstig ist, sondern dass es sich hier um graue Regenwolken handelt...


Nichts - desto - trotz stiegen wir aus dem Auto, montierten unseren Regenschutz und liefen los, hinaus auf dem nassen Lavafels, der zu dieser Jahreszeit mit etwas Gras bedeckt ist. Im Sommer sei der blau (Meer) - rot - schwarze (Lavagestein) Kontrast noch viel extremer, wenn kein Grün darauf zu wachsen vermag. Der Weg war matschig, es regnete Bindfäden doch unsere Füsse trieben uns voran. Der "Gwunder" war zu gross, um umzukehren. Ausserdem waren wir nicht die einzigen, die diesen "Spass" (mit-)machten. ;-)


Auf dem grasüberwachsenen Lavagestein!

Zwischendurch zeigte sich aber die Sonne, was uns erst recht den Gedanken an ein Wenden löschte. Nach keinen 20 min. wechselte es wiederum zu Regen. Aus Sicherheitsbedenken brachen wir die Wanderung dann ab, jedoch um einige kontrastreiche Eindrücke reicher. :-)

Nach diesem kurzen Ausflug unter regenrisch-sonnigem Himmel, hiess es im Auto Kleiderwechsel oder sich mit dem Gedanken befassen: Wie kommen wir mit dieser Aufmachung möglichst ohne Aufsehen zu erregen in unser gehobenes Hotel?;-)


Eine trockene Minute...

Die Fahrt führte uns nun Funchal-wärts auf direktestem Weg ins Hotel. Der Zugang zum Hotelzimmer mit den erdig-verspritzten Hosen-stössen und verschmierten Wanderschuhen war kein Problem. ;-) Nun nutzten wir nochmals heftig den Fitnessraum, bevor uns ein gemütliches Znacht im Hotelzimmer erwartete, das wir uns aus einem Supermarkt selber zusammenstellten. Wein, Brot, Streichkäse,...und ein Dessert "Bolo de Mel de Cana" - eine Spezialität Madeiras, stand auf unserem Menueplan. Im Speiserestaurant des Hotels ist es für nicht - Fisch - Liebhaber (Thomas) recht schwierig, ein abwechslungs-reiches Wochenprogramm der Menues zu gestalten, da es keine Suppe ohne Fisch gibt und die Hauptgänge entweder mit Fleisch oder mit Fisch sind. Die Aussage: "Wir sind Vegetarier", haben wir nie ausprobiert... Ausserdem genossen wir mal die unkomplizierte Art zu essen und verzichteten auf die Gesten der 5 Sterne. ;-)

Zur Diashow des sechsten Tages!!

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4. März 2005


Unser letzter ganzer Madeiratag hat gerade begonnen und wir wollen mit dieser Zeit noch das Maximum herausholen - nur wie? Das Wetter scheint auch heute recht unbeständig zu sein. Das Frühstück ist wieder mal in vollen Zügen genossen und schon bald gehts mit dem Auto los. Unser Ziel ist noch unbekannt. Thomas las in unserem Wanderführer von Prazeres von zwei verschiedenen Wanderungen und wir wollen doch bei einer unser Glück versuchen. Sofern es nicht so regnet wie gestern. Dies ist momentan der Fall. Wir sind aber in der Hoffnung, dass sich nach den zahlreichen Tunnels / Hügel uns doch ein blauer Fleck am Himmel empfängt. Wir fahren heute also westwärts, der Südküste entlang. Auf der Fahrt regnet es einmal in Strömen, dan scheint wieder die Sonne, immer aber sind dunkelgraue Wolken in Blickweite. Dir Fahrt führt uns von Camara de Lobos - Ribeira Brava - Ponta do Sol - Calheta und etwas ab von der Küste nach Prazeres, unsere Ausgangspunkt der Wanderung.


In einer Bananenplantage bei Camara de Lobos - typisch für diese Gegend

Das Auto wäre parkiert, aber der Himmel verdunkelt sich und innert Kürze regnet es in Strömen. Geduldig studieren wir den Wanderführer und die Madeira-Karte, blicken ab - und - zu mal zum Himmel und nach einer Viertelstunde regnet es nur noch ganz, ganz leicht. Wie gestern wagen wir es doch loszulaufen, nachdem wir eine der beiden Wanderungen ausgelesen haben. Wir wählten die "Grosse Küstenrunde im Westen". Wenden können wir ja immer noch, heisst die Devise.


Blütenpracht, Regenbogen, Fernsicht,...unser Entschluss wir belohnt

Wir starten auf 500 m.ü.m. am Ortsrand von Prazeres. Von hier aus schlängelt sich nun ein Weg zwischen den Felsen hinunter bis ans Meer. Die Knie bekommen es zu spüren, ärger als beim schlimmsten Lampenfieber beginnen sie schon bald zu zittern. Aber die Umgebung und die Aussicht enntschädigen dies nach - und - nach!


Weg, in Serpentinen angelegt, der uns ins Fischerdorf Paul do Mar führt.

Vorbei geht's an saftigem Grün, vielerlei Blumen und Wasserfällen auf einem schön angelegten Weg, der allerdings vom Regen etwas rutschig ist. Aber wir haben ja Zeit und lassen die Rutschpartie aus. ;-)


Nach zahlreichen Windungen auf sehr schönem Weg und durch unberschreiblich-schöne Vegetation sowie einige Höhenmeter tiefer, können wir zwischen den Felsen durchblicken und einen Teil des kleinen Fischerhafens sehen. Und mit jedem Schritt kommt das Dörfchen ewas mehr zum Vorschein...


Fischerdorf Paul do Mar


Fischerboote in Paul do Mar

Unten angekommen, lassen wir unsere Knie etwas ausruhen und setzen uns auf die Hafenmauer, schauen den Angler zu und gönnen uns eine kleines Picknick. Das Dorf ist klein und liegt langgezogen am Meer. Der Wind bläst uns heftig um die Ohren, doch der Regen begleitete uns ein wenig beim Abstieg, nun hat es ganz aufgehört.. Schon bald zieht es uns weiter. Nun verläuft der Weg ein Stück der Küste entlang, welche wie fast überall nicht etwa sandig, sondern mit grossen, glattgeschlliffenen, runden, in der Sonne glänzenden Steinen erscheint. Weiter nach unten gehts nicht...so führt uns der Wanderführer nach Durchquerung des Dorfes wiederum hoch. So steigen wir auf anderem Weg aber wiederum mit Serpentinen hoch, diesmal von 0 m.ü.M. bis auf 500 m.ü.M.


Beim Aufstieg Blick zurück, hinunter zum Meer!

Fast oben angekommen, beginnt sich eine graue Wolke über uns zu entleeren. Mein Regenschutz blieb im Auto liegen, Thomas seine Jacke im Hotel,...der Regenschirm kam per Zufall mit. So kam dieser schon bald zum Einsatz. Thomas präsentierte, dass er nicht aus Zucker ist und wir wanderten durch den Regen weiter von "Faja da Ovelha" wiederum Richtung Prazeres. Der "Rückweg", der nun am Berg stattfand und nicht wie vorhin dem Meer entlang, folgte der "Levada Nova", der wir übrigens bereits am 1. März nachwanderten (jedoch ein anderer Teil...sie hat eine Länge von ~ 50km). So war der Rückweg - da indirekter mit all den Windungen - einiges länger. Regendurchtrieft kamen wir beim Auto nach rund 6 Stunden, nicht frierend und glücklich darüber diesen Asuflug gemacht zu haben, an und freuten uns schon jetzt auf den warmen Whirlpool.

Zurück im Hotel war das Verweilen im Whirlpool ein riesiger Genuss, welchen wir uns nach der fast sechsstündigen Wanderung auch redlich verdient hatten!

Zur Diashow des siebten Tages!!

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5. März 2005


So, sieben erreignssreiche Tage sind hinter uns, vor uns liegt nun nur noch die Heimreise, welche uns auch wegen der Dauer etwas zuwider ist!

So geniessen wir nach einem kurzen Abstecher in den Fitnessraum noch einmal unser Morgenbuffet, bevor wir dann abgeholt und zum Flughafen gebracht werden. Der Flug von Funchal via Lissabon nach Zürich verläuft ohne Zwischenfälle.

Im Gegensatz zum Hinflug überraschte uns heute Air Portugal mit einer wahren Variation bei der Zwischenverpflegung! Nach Lissabon gab es ein Sandwich mit einer undefinierbaren weissen Sauce und auf dem Weiterflug ein etwas trockenes Käse-Schinken Sandwich!


Nach einem Kälteschock beim Aussteigen in Zürich haben wir die Zoll- und Einreiseformalitäten schnell und problemlos überwunden und geniessen nun bereits die Fahrt durch die (im Vergleich zu Madeira) "flache" und verschneite Schweiz im Zug Richtung Bern. Natürlich hegen wir die Hoffnung, dass für einmal auf BLS und SBB verlass ist und wir ohne Pannen zu Hausen ankommen werden!

Unser Wunsch wurde erfüllt, so dass wir pünktlich vom elterlichen Taxi in Langnau abgeholt werden konnten!

Karin & Thomas

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