Ferientage- & Bilderbuch USA 2008

von Elisabeth Wöhrle, Karin Houriet & Thomas Friedli, erlebt vom 3. September bis 23. November 2008

27. September 2008

Duscherlebnisse! Zwar verfügt unser Camper über eine eingebaute Dusche, die Benutzung dieser ist aber immer eine kleine Herausforderung. Um es aber gleich vorwegzunehmen: Damit meine ich nicht die Wartezeit, bis meine beiden Reisebegleiterinnen ihre Dusche beendet haben, bzw. bis wieder genügend Warmwasser aufbereitet ist. Ich meine vielmehr die Platzprobleme, die sich in der doch recht kleinen Dusche ergeben. Von der Höhe besteht absolut kein Problem. Aber ich habe bis zum heutigen Tag nicht herausgefunden, wie ich bei geschlossener Dusche meine Unterschenkel einseifen soll. Mich vorneüber zu beugen geht nicht und das Knie anzuwinkeln geht bei diesen Platzverhältnissen auch nicht.

 

So benutzen wir sofern möglich die auf den Campingplätzen vorhanden Duschen. Hierbei staune ich immer wieder über die unzähligen unterschiedlichen Möglichkeiten in diesem Land, aus kaltem und heissen Wasser angenehm warmes Wasser zu mischen! Da scheint ein reger Ideenwettbewerb zu herrschen. Unsere heimischen Duschbatterien vermisse ich dennoch. Genauso so unterschiedlich sind auch die Preise für das Duschen. Von Gratis (bzw. im Campingpreis inbegriffen), über zwei Quarter für drei Minuten kaltes Duschen bis zu mehreren Dollar gibt es alles.

Heute genoss ich eine Dusche zum bisherigen Rekordpreis von 3.5 Dollar. Betreffend Sauberkeit war der erste Eindruck jedoch enttäuschend. Dafür bot die Duschbrause drei verschiedene Einstellmöglichkeiten: "rain", "massage" und "Niagara". Die Einstellung "rain" bot den üblichen, weichen Wasserstrahl. Mein Entdeckungsdrang erhoffte sich jedoch etwas Neues! Mit einer Dritteldrehung an der Brause stellte ich daher auf "massage" ein. Mit drei recht harten Wasserstrahlen konnte ich so meinen Nacken angenehm massieren lassen. Nach ein paar Minuten war ich gespannt auf die Einstellung "Niagara". Ich drehte die Brause ein weiteres Mal um eine Dritteldrehung und - oha - die Brause hing nicht mehr an der Wand, sondern lag in meiner Hand. Zwar habe ich die Niagarafälle noch nie gesehen, aber so wie das Wasser auf mich herab prasselte, so stelle ich mir einen Wasserfall vor.

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28. September 2008

Habe endlich eine Hängematte gefunden! :-) Juhee! Aber nun zuerst alles schön der Reihe nach.. Am morgen wider früh Tagwach! Wir machten uns wieder mal auf Hirsch-und Elchpirsch.. Fuhren mit dem Camper zu einem Aussichtspunkt wo man frühmorgens gut Tiere beobachten kann... sofern es welche hat!


Mount Moran

Von dort aus spazierten wir zu Fuss gemütlich zum Campingplatzzurück. Unterwegs führten wir eine spannende Diskussion bezüglich Arbeitsplanung im Spital...Wobei wir nicht so richtig auf eine Einheitlche Meinung kamen. (Jemand hatte aber eine super Idee von einem neuen Programm, damit der Zeitaufwand kleiner sei... ob es dann auch so umsetzbar sei mit all den verschiedenen Wünschen... bei diesem Punkt kamen bei diversen Personen Zweifel auf...) Nun..da wir nun aber in den Ferien sind, und nicht am worken, schieben wir dieses Thea doch noch ein wenig auf die Seite!

 

Beim Campingplatz angekommen schnappten wir unsere Velos und fuhren zum stehen gelassenen Camper zurück, und mit diesem dann zum nächsten Campground; Signal-Mountain-Lodge. Dort gab es wieder mal Hörnli mit Chäs.. fein... :-) (komisch... zuhause esse ich dies praktisch nie.. aber hier scheint es fantastisch zu schmecken..!) Nach einem gemütlichen Nachmittag am See, Spiele spielen...gönnten wir uns nach dem Abendessen ein feines Desserli in der Signal-Mountain Lodge...

 

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29. September 2008

Brrrr... kalter Morgenstart. Heizung war in der Nacht ausgefallen..Deshalb sofort ein warmes Kaffee in die Hand! Eigentlich hatten wir geplant (gestern) zur Jenny Lake Lodge zu fahren und von dort aus im Cascade Canyon zu wandern. Aufgrund der defekten Heizung und dass die Jenny Lake Lodge "Closed for the Season" war, als wir dort ankamen, änderten wir unser Programm. Wir fuhren zuerst zum Taggart Trail, den Karin und ich dann wanderten. Wunderschöne Herbststimmung, gelbe, orange verfärbte Laubbäume..so schööööön!Zurück beim Camper fuhren wir nach Jackson Lake wo wir wieder mal einen Mechaniker aufsuchten, der Batterien wechselte und das Problem ausfindig zu machen versuchte.... danach war wieder mal eine Stärkung nötig welche wir in einem amerikanischen FastFoodRestaurant tätigen.. Der Schluss des Tages konnten wir dann noch gemütlich am See geniessen, Sonnenuntergang geniessen... Sterne angucken... :-)

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30. September 2008

Nach einem gemütlichen Frühstück wollen wir uns heute, laut Nationalparks-Führer, dem schönsten Punkt des Grand Teton widmen. Dieser sei bei den HIdden Falls sowie Inspiration Point zu finden. So radeln wir bald ausgerüstet mit genügend Flüssigkeit und Kohlenhydraten los zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, 18 km südlich unseres Campingplatzes bei Signal Mountain. Auf den Bikes sind noch Handschuhe notwendig, es ist frisch; doch sind zumindest Elisabeth und ich auch für Warmwetter ausgerüstet = abtrennbare Hosenbeine. Angekommen am Jenny Lake werden unsere 3 Rennvelos gut abgeschlossen. Ich deponiere meinen Langarmpullover auch dort, da die Sonne inzwischen angenehm wärmt. Thomas meint, diesen doch besser mitzunhemen bei der Erfahrung an Diebstählen, welche wir unterwegs in den USA bereits gemacht haben... ;-)

Der Wanderweg führt uns von Norden her dem westlichen Seeufer entlang. Junge Ahorntriebe bedecken den Boden und leuchten herbstlich-gelb. Hie - und -da ein kleines Bächlein welches in den See rinnt und gesäumt ist mit frisch-grünen Farnen. Die Heidelbeerbüsche leuchten rot, Beeren sind bereits keine mehr zu finden und haufenweise Loorbeersträucher säumen mit ihren glänzend-d-dunkelgrünen Blättern den Weg. Vor uns und hinter uns haben wir freien Lauf, praktisch keine Wanderer sind unterwegs. Doch dies ändert sich bei der Bootsanlegestelle, wo die Besucherzahl massiv zunimmt. Von hier aus sind es noch 0.5 Meilen zu wandern bis zu den Hidden Falls wo wir es in unseren Ferien erstmals schaffen ein Foto zu dritt zu schiessen. ;-) Ein wenig weiter steigt der Weg an bis zum Inspiration Point, welcher über den Jenny Lake sowie über eine grosse Fläche des Grand Teton Nationalparkes Aussicht gewährt. Unsere Wanderung soll uns weiter hoch durchs Tal des Cascade Canyon führen. Beim Inspiration Point entschliesse ich mich, hier zu bleiben und Elisabeth sowie Thomas alleine weiterziehen zu lassen.

Die Menschenmenge welche hier bergauf und bergab geht ist gross. Ich empfinde das Wandern als sehr unruhig zwischen den vielen Mitwanderern, so dass ich es vorziehe, mich hier auf einen Stein zu setzen und die Sonne sowie die wunderschöne Weitsicht zu geniessen. Auch ist es hier sehr unterhaltsam, andere Wanderer zu beobachten: Verliebte Pärchen setzen sich jeweils eng aneinandergeschmiegt auf die schönste Stelle beim Inspiration Point, diese wechseln sich mit Wanderkollegen welche gerade genervt am Natel (glaube ihrer Frau) versuchen zu erklären, wo der Autoschlüssl zuhause liegen könnte,... Nach 1.5 Stunden sind dann Elisabeth und Thomas bereits wieder zurück. Wir widmen uns dem kurzen Abstieg...Thomas und ich nehmen diesmal die Fähre, welche gerade heute dieses Jahres den letzten Fahrttag hat ... und setzen unsere Wanderung am Ostufer, gesäumt mit zahlreichen gelb-gefärbten Birken, nordwärts zu Elisabeth und den Velos fort.

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1. Oktober 2008

Die Spannung steigt! Es verbleiben noch gut fünf Wochen bis zu den mit Ungeduld erwarteten Präsidenten- und Parlamentswahlen. So werde ich bei der Morgentoilette vermehrt darauf angesprochen, wen ich als Präsident wählen werde. Die Amerikaner sind noch sehr unentschlossen. Mir kommt es vor, als gäbe es eine Wahl zwischen Toni Brunner und Christian Levrat, das heisst: Eigentlich ist keiner der Kandidaten wählbar, aber schlussendlich muss halt ein Name auf den Wahlzettel geschrieben werden.

Eine kürzlich erschienene Umfrage veranschaulicht dies eindrücklich. Bei der Umfrage konnte entweder geantwortet werden, wem mann und frau die Stimme geben wird, oder welchem Kandidaten sicher nicht. Dabei konnten beide Kandidaten auf je rund 10% Befürworter zählen. Je 20% der Wähler werden einen der beiden Kandidaten sicher nicht wählen und rund 40% sind noch unentschlossen. Es ist also alles noch offen!

Einen Vorteil wird der neue Präsident aber auf alle Fälle geniessen. Unpopulärer als Tschortschdobbeljubusch wir er auf keinen Fall sein. Letzterer scheint zumindest hier im Westen mit seinem Bankenrettungsplan noch den letzten Befürworter verloren zu haben. Der Glaube in den freien Markt und Wettbewerb ist hier noch ungebrochen! Dementsprechend fallen auch die Meinungs-Äusserungen über den aktuellen Präsidenten aus. Kaum jemand vergisst aber zu erwähnen, dass sie bei den letzten Wahlen für Bush Junior gestimmt haben. Zwar ohne jegliche Begeisterung für seine Politik aber in der (immer noch bestehenden) vollen Überzeugung, dass die Alternative John Kerry noch schlimmer ausgefallen wäre. So wird es sicher auch dieses Mal herauskommen. Gewählt wird derjenige werden, der als kleineres Übel betrachtet wird.

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