Ferientagebuch Kanada - USA 2006

von Karin Houriet & Thomas Friedli, erlebt vom 22. August bis 6. November 2006

17. September 2006

Thomas lag bereits wach neben mir, als ich die Augen öffnete. Prächtig hatte ich zwischen den Motorgeräuschen der Lastwagen geschlafen. Thomas musste sich mit 2 - 3 h Schlaf abfinden. Es ging dann bald weiter - heute steuerten wir den Yellowstone National Park an. Der älteste National Park ist dies! Die Fahrt dorthin auf dem Highway 89 bis Mammoth Hot Springs war echt faszinierend! Sanfte Hügel mit Schnee gezuckert oder riesige Vulkankrater säumen die Strasse links und rechts! Somit gab's auch einige Fotostopps.


Terassen bei Mammoth.

In Mammoth angekommen, heissten uns die Hirsche willkommen mit ihrem "Gesang" Es hatte hier unzählige! Die Temperaturen waren frühmorgens frostig. Eines der letztjährigen Geburigeschenke von Edith, die Handwärmer, wurden nun endlich eingeweiht und in vollen Zügen genossen! Wir kamen vor 8 Uhr hier an - doch Touristen hatte es schon en masse! In Mammoth Hot Springs steht auch ein Infocenter, ein Hotel und Souvenirshops welche die Touris anziehen. Und letztentlich sind wir ja auch "nur" Touris...also, sich nun nur nicht ab den Anderen nerven! ;-)


Eine Hirschkuh bei Mammoth.

Wir zogen uns winterlich an, nachdem wir gerade noch Mitglieder vom Yellowstone Park wurden, und machten uns auf eine Wanderung, welche Thomas mit seinem GPS selber herausgefunden hatte. Kaum ausserhalb von Mammoth auf dem Wanderweg, waren wir alleine- keine anderen Wanderer! Dies genossen wir in vollen Zügen!!! Der Wanderweg führte uns letztendlich um den "Bunsen Peak". Tiere sahen wir keine, ausser den Hirschen & Hirschkühen anfänglich. Kein Vogel, kein Bär, kein Elch, kein Büffel,... welche doch alle hier heimisch sind!


Wir waren nicht die einzigen mit einem Fotoapparat.


Auch im Yellowstone gab es in den letzten Jahren viele Waldbrände.

Einzige Geräusche waren etliche knarrende Bäume. Spuren haben wir aber etliche gesehen, welche auf Büffel und Hirsche zurückführten. Am Wegrand waren die Baumrinden oftmals 1 - 2 Meter über dem Boden abgewetzt. Das Ende dieser sehr eindrücklichen Wanderung durch Steppe, Sumpf / Moor, Wald, führte uns an den Hot Springs vorbei - eine Sehenswürdigkeit von Mammoth, welche wir mit unzähligen Touristen teilen durften! Die Hot Springs sind Kalkbecken in den verschiedensten Formen, welche Terrassen bilden und weiss, rosa oder auch gelb - rot erscheinen.

Die Riesenmasse Menschen hier, brachte Thomas heute Morgen dazu die folgenden Nächte auf den Campgrounds zu reservieren. Heute Abend schlafen wir in Madison auf der Westseite des Yellowston Ntional Parks.


Am Abend zeigte sich dann doch noch ein Bison.

 

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18. September 2006


Strahlend blauer Himmel begrüsste uns heute morgen.

Kurzentschlossen unternahmen wir heute eine Velotour mit einem Umfang von etwas mehr als 50km. Kurzentschlossen, da wir heute Morgen ganz überrascht zu blauem Himmel hinauf schauten und doch eigentlich Regen erwarteten! Abends komme es regnen, berichtet die Yellowstone Weatherforecast. Also, dann los! Um 9 Uhr sassen wir auf dem Sattel und strampelten die erste Steigung hinauf. Es machte sich aber ausbezahlt!


Leider war das Wasser zu heiss zum Baden!

Auch der Weg fand bald wieder einen waagrechteren Lauf! :-) Wir fuhren südwärts, vorbei an etlichen Geysiren welche dampfend, brodelnd oder gar speihend auf sich aufmerksam machten. Auf einem Veloweg, abseits der Strasse, begegneten wir einer Büffelherde mit ca 60 Tieren! Wir durften ihr bei einer Bachüberquerung zusehen - es dauerte lange, da wohl nicht alle so motiviert waren diesen Bach zu durchschreiten wie die ersten paar Büffel... ;-) Echt ergreifend war dieses Schauspiel!


Die ersten Bisons wagen sich ins Wasser.

Weiter ging die Fahrt südwärts bis zum Old Faithful, einem Geysir dem wir zwei mal beim Ausbruch zusahen und dies (wie immer) fotographisch festhielten. Sein Wasser sei 96.9 Grad heiss.


Kanadische Wildgänse

Schwimmen in den Gewässern des Yellowstone National Parks ist erlaubt - ausser es handle sich gerade um eine Touristenattraktion. ;-) Doch wird davor gewarnt, dass stehende Gewässer entweder eiskalt oder brennend - heiss seien. In etlichen Bächen, wo wir unsere Hand schwenkten, war das Wasser beinahe lauwarm. Somit war die Bachüberquerung für die Büffel wohl keine so grosse Strapaze und auch die Fliegenfischer, die knietief im Wasser standen, konnten dies wohl geniessen. ;-)


Blick ins innere eines Geysirs.

Es war ein umwerfender Tag für Auge, Nase, Ohren. Diese Farbenvielfalt, diese Geräusche von den Geysiren (brodeln, rauschen, blubbern...) und den Tieren, die Gerüche der Geysire - (einige sind auch neutral)! Eine ganz fremde Welt am heutigen Tag!


Warten auf das Ausbrechen des Old Faithful.

Wir versanken nochmals auf dem Madison Campground in den Tiefschlaf - morgen wird's ein Stückchen weitergehen.


Je nach Wassertemparatur wachsen verschiedene Algen und andere Pflanzen, die für die verschiedenen Farben verantwortlich sind.

 

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19. September 2006

Weder gestern Abend kam es regnen, noch in der Nacht,...noch heute Morgen! Wir blickten wieder hinauf zu stahlblauem Himmel; Ja, ein paar Schleiherwolken hat's, die uns aber bestimmt keinen Regen bescheren werden. Somit krempelten wir ein weiteres mal unser Programm um - stellten uns auf mehr Untrnehmerisches ein, als eigentlich am heutigen Tag erwartet. Wie schon so oft, werden wir morgens von schönerem Wetter begrüsst, als der Wetterfrosch vorhersagte! Das nehmen wir! :-)


Es wird immer wie kälter und wir werden mit einem Raureif begrüsst.

So ging's auch bald los und wir stiegen ins Auto. Wir fuhren mitten durch den Yellowstone National Park von Ost nach West / von Madison nach Fishing Bridge. Unterwegs wurde bei den Sehenswürdigkeiten natürlich Halt gemacht. Naja, kommt darauf an, was als sehenswert eingestuft wird! Thomas ist noch ab jedem Büffel, weit weg liegend im Gras, fasziniert und zückt seinen Fotoapparat.


Überall qualmt es aus dem Boden.

Mir gefallen natürlich diese Tiere auch sehr - aber nach der gestrigen Herde mit Bachüberquerung...was soll ein Foto von sowas wie heute?! ;-) Naja, ausbezahlt machte es sich - Thomas konnte einen Büffel bei der Nasenreinigung fotographieren...so geht das! ;-) ...Leider hat's für dieses Foto nicht auf die Homepage gereicht - es wird aber auf alle Fälle in der Diashow (nach unseren Ferien stattfindend) zu sehen sein!


Der Steamboat-Geysir speit das Wasser über 100m in die Höhe!

Weiter geht's und der erste grössere Stopp fand in Norris Geysir Basin statt. Dort machten wir praktisch "tourifrei", da's noch frühmorgens war, einen ausgedehnten Spaziergang. Wahnsinn! Hier brodelt, blubbert und speiht es ja fast überall! Der Blick konnte nicht gerichtet werden, ohne ein, zwei, drei,... Dampfwölkchen / -Wolken zu sichten! Und wieder diese prachtvollen Farben, die jeder Wasserkessel zu bieten hatte!


Der Lowerfall und der Yellowstone Grand Canyon

Als wir diese Sehenswürdigkeit verliessen, kam ein grosser Ansturm von Touristen - Schwein gehabt! :-) In Canyon Village folgte der nächste grössere Halt. Wir besichtigten den Upper- und Lower Fall, zwei grosse Wasserfälle des Yellowstone Rivers. Thomas unternahm eine Wanderung hinab in den Yellowstone Canyon, welche er natürlich wie immer fotographisch festhielt.

 


Auch hier im Yellowstone halten die Busse wegen DER Touristen-attraktion: Zwei Velofahrer!

Nach diesem Besuch gings ziemlich direkt bis zum Campground bei Fishing Bridge, wo wir für die nächsten drei Nächte reserviert haben. Der Himmel ist mehr verschleihert, das Visitor Center verrät uns hier, dass die Wettervorhersage folgendermassen lautet: Um Mitternacht Schneefalll / Regen! Mal sehen, ob der morgige Tag in weisser Pracht stattfindet...wir glauben nicht mehr alles!


Statt Schneewolken sind Schönwetterwölkchen zu sehen.

Bald angekommen in Fishing Bridge, schwangen wir uns auf unsere Drahtesel und pedalten gemütlich an den nahegelegenen Yellowstone Lake. Unterwegs bei einem Halt auf der Yellowstone Bridge, trafen wir ein paar total faszinierte Japaner, welche mit uns zusammen ein Foto machen möchten! Wohl wegen den Velos? Schnell zückte Thomas auch seinen Fotoapparat, damit auch uns eine Erinnerung an diese faszinierten Gesichter gesichert ist! Weiter gings nun an den Lake. Dort hielten wir einen Moment inne und hörten dem Rauschen zu.


Am Lake Yellowstone.

Ich schwenke meine Hand im Wasser und glaubte, auch dieser See bekommt Wärme von den unzähligen Geysiren gespendet. Er war kühl - aber für seine Grösse, hätte ich kühleres Nass erwartet. Weiter fastinierte mich dessen Ufer, welches mit kleinen, schwarzen Steinchen (wohl Lava) regelrecht glitzert. Verteilt liegen grössere Steine - alles Luftibusse sage ich Thomas und meine damit deren Beschaffenheit.

Es folgt ein Besuch im nahegelegenen Shop, der natürlich auch aus einem grossen Anteil Souvenirs besteht. Im Glacier National Park hiess es: Glacier Nartional Park Blueberry Jam.... hier heisst's: Yellowstone National Park Blueberry Jam und ich könnte doch wetten, das sind die selben sechseckigen Gläschen, worin diese Konfiture verkauft wird! ;-) Es folgte ein gemütlicher Abend im Camper - ein Blick nach draussen könnte langsam aber sicher dem Wetterfrosch recht geben! Wir sind gespannt auf Morgen! Nicht ohne Reitz fänden wir ein Spurenlesen im Schnee!

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21. September 2006

Wir sind eingeschneit! - Zwar hat es bei uns auf dem Camping Platz nur ein Schäumchen Schnee, aber alle Pässe, die aus dem Park hinausführen sind (zumindest vorübergehend) gesperrt.

Aber wir haben noch Lebensmittel für mehrere Tage und auch noch eine volle Propanflasche, so dass wir auch nicht kalt haben müssen.

So machen wir es uns im Camper bequem und finden Zeit, Fotos zu sortieren, Tagebuch und Karten zu schreiben und für mich hat dieses Wetter den weiteren Vorteil, dass Karin nicht nur zwei Mahlzeiten zubereitet, die es mit jedem Toprestaurant aufnehmen können, sondern auch noch einen Imbiss für zwischendurch backt. Ich werde mich nur schwer wieder an die Verpflegung im Migros oder Coop gewöhnen können.

Natürlich befasse ich mich auch mit dem Trainingslager meiner Volleyballkollegen und werde sicherlich mental mitleiden. Ich hoffe jedoch, dass der Spass überwiegen wird.

Nachdem es den ganzen Tag abwechslungsweise regnete oder schneite und zwischendurch auch mal die Sonne zu sehen war, so dass der Schnee nie richtig ansetzten konnte, schneit es nun seit zwei Stunden sehr intensiv, so dass sich der Camping Platz nun tief verschneit präsentiert.


Die letzten Sonnenstrahlen vor dem grossen Schnee!

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22. September 2006

Ein Blick aus dem Fenster --> SCHNEE!!! Wir standen heute Morgen im Schnee! :-) Da kommt doch Weihnachtsstimmung auf. ;-) Rundum standen weiss verschneite Tannen. Thomas liess sich nach einem gemütlichen Frühstück nicht davon abhalten, doch mit dem Camper ein Stückchen weiter zu fahren. Sein Wunsch war, eine kurze Strecke nochmals nordwärts zu fahren, wo wir letzthin eine Büffelherde gesichtet haben - nun mal sehen, ob sie wieder dort sind. Büffel im Schnee ist in unserer Fotosammlung noch nicht enthalten.


Der Yellowstone National Park liegt unter einer Schneedecke.

Verkehr hatte es diesen Morgen früh kaum. Das Autothermometer zeigte minus zwei Grad an, es wehte ein eisiger Wind draussen. So lief die Autoheizung gerade auf Hochtouren. Wir fuhren fast alleine durch diese verschneite Landschaft. Durch Tannenwälder, an Wiesen vorbei, wo's teilweise wieder aus dem Boden brodelte und dampfte. Unser erster abrupter Stopp galt aber nicht etwa einer Büffelherde...nein, weit weg...das muss doch ein Bär sein! Ich stieg mit dem Fotoapparat aus dem Auto aus, währenddem Thomas eine geeignete Stelle suchte, um mit dem Camper zu wenden...und parkieren.


Der Schnee vermag unsere gute Laune nicht zu trüben.

Thomas kam dann auch mit der kompletten Fotoausrüstung und der Bäri, den ich mit Bestimmtheit als Schwarzbären hielt, enttarnte sich als Grizzly! Unsere Herzen schlugen höher und höher. Nun endlich sehen wir einen Grizzlybären! Wandernd und velofahrend waren wir stundenlang in der Natur unterwegs und nun endlich!!! :-) Der Bär liess sich auch nicht stören und suchte unter der Schneedecke nach (Fr-) Essbarem. Plötzlich sichtete er uns, machte noch das Männchen - checkte die Lage ab und suchte dann in schnellem Schritt das Weite. Thomas konnte vor dieser Sequenz einige schöne bis härzige Fotos schiessen. :-)

Weiter gings dann wieder südwärts. Mit dem Bärentreffen waren wir so zufrieden, dass wir nicht weiter nach Büffel suchen wollten. Es vergingen aber keine 15 min. Autofahrt und da sahen wir auf der Wiese, nahegelegen der Strasse drei Büffel im Schnee, was wir noch nie gesehen haben...und dazu noch, dass zwei davon miteinander kämpften. Auch hier wurde ein Stopp gemacht...


Das grasen im Schnee verschafft ein weisses Gesicht.

Danach ging's zufrieden wie eigentlich vorgehabt südwärts in den Grand Teton Nationalpark, der anschliessend an den Yellowstone liegt. Einen Zwischenhalt gab's noch beim Post Office, um eine Geburikarte ins Thunerseegebiet und einen Brief ins wunderschöne Emmental aufzugeben, damit die Empfänger vom Strafporto verschont werden. Nun wissen wir, ein Brief nach Europa kostet nur 0.84 Dollar!

Die Fahrt verlief dann grösstenteils durch Tannenwälder. Schon bald nahm der Schnee ab und wir fuhren durchs Grüne. Tannenwälder waren immer zu sehen, doch nach und nach nahmen auch die Espen wieder an Zahl zu.

Unser nächstes Campgroundziel war Colter Bay am Jackson Lake im Grand Teton National Park gelegen. Nach dem einchecken fassten wir unser Plätzchen. Anschliessend assen wir etwas Kleines zu Mittag und dann liess sich unser Gwunder nicht bis Abend warten, um die heutigen Fotos anzusehen. Der Grizzly und die Bisons mussten doch am Bildschirm begutachtet und erneut genossen werden!


Ein Grizzlybär auf Futtersuche.

Im späteren Nachmittag machten wir einen Ausflug ins südlich gelegene Jackson. Unterwegs gab's wieder mal eine unvorhergesehenen Halt. Die Menschenmenge machte uns gwunderig! Eine Moose mit ihrem Jungen! ...Eine Elchkuh! Der Fotoapparat ist stets griffbereit und so wurden auch diese zwei Hübschen abgelichtet.

In Jackson angelangt, genossen wir das Städtchen, machten dort wieder mal einen gesunden (mit Früchten und Gemüsen), grossen Einkauf, Thomas wurde zum Cowboy und wir gingen wieder mal auswärts Abendessen. Fast hätten wir die Suche nach einem Restaurant aufgegeben. Wendys und Mac Donalds....gibt's sonst noch etwas? Ja, das Village Inn half uns weiter und beglückte unsere inzwischen stark knurrenden Mägen mit einem feinen, fast etwas zu grossen Znacht. Pouletbrust an Senf-Honeysauce, Reis mit Champignons, Salat,... ja, sowas ist in der USA erhältlich! ;-)

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