Ferientagebuch Kanada - USA 2006

von Karin Houriet & Thomas Friedli, erlebt vom 22. August bis 6. November 2006

21. Oktober 2006


Weingut im Napa Valley

Wir haben den Yosemite National Park verlassen, die grossen Längstäler Kaliforniens durchquert und sind nun via Napa Valley in der Coast Range im Armstrong Redwood State Park angekommen, bevor es dann morgen ganz an die Pazifik Küste geht. Dieser entlang werden wir dann gemütlich nach Norden fahren und dabei insbesondere die "Redwood-Wälder" im Norden Kaliforniens intensiver besuchen.


Mischwälder.

In diesen Redwood Wäldern sind die höchsten Bäume auf der Welt zu bewundern (siehe auch Text zum Yosemite National Park; 20. Oktober 2006). Diese Bäume werden bis zu 110m hoch. Doch viel mehr möchte ich über diese Bäume an dieser Stelle gar nicht schreiben, damit wir dann auch beim Redwood National Park noch etwas zu schreiben haben.

Da die Redwood Wälder doch sehr dunkel und kühl sind, geniessen wir es, dass unser Campingplatz auf einem sonnigen Hügel und umgeben von Eichen und Eukalyptusbäumen liegt. Wir hatten Glück, dass wir überhaupt hier oben Campen dürfen. Eigentlich darf die kurfenreiche, enge und steile Strasse hierher mit solch grossen Fahrzeugen nicht befahren werden. Aber da es hier nur noch wenige Besucher hat, hatte die Rangerin ein oder beide Augen zugedrückt!


Die Strasse war steil und von engem kurven geprägt.

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22. Oktober 2006

Heute sind wir am Pazifik angekommen, was sich vor allem in einer bedeutend kühleren Temparatur und immer wieder ausgedehnteren Nebelfeldern bemerkbar machte.

Daneben sind an der Pazifikküste unendlich lange Sandstrände und eine oftmals rauhe See geprägt. Das Baden ist jedoch nicht so empfehlenswert. Nicht wegen den Walen, die hier vorbeischwimmen, sondern weil das Wasser kalt ist.


Blick auf den Pazifik!

Die Pazifikküste, mit den Redwoods und den Oregon Dunes, ist auch unser letztes grosses Ziel auf unserer Reise. Eigentlich war geplant, auch noch den Olympic oder Mount Rainer National Parrk zu besuchen. Aber so unglaublich es tönt , auch Ferien machen müde. Und so haben wir uns entschlossen, die Ferien noch etwas an der warmen Sonne Kaliforniens zu geniessen und uns mit der Fahrt in Richtung viel Zeit zu lassen.

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23. Oktober 2006

Am Morgen vor dem Frühstück einen längeren Spaziergang den unendlichen Sandstränden entlang, dann nach einem reichlichen Frühstück zwei bis drei Stunden der endloslangen und kurvenreichen Küste entlang in Richtung Norden bis zum nächsten, nun nicht nur halbleeren, sondern endlich total leeren Campingplatz fahren, etwas feines zu Mittag essen, sich an die Sonne legen, gegen Abend auf dem Bike und einem Singletrail dem Sonnenuntergang entgegen fahren, vorzüglich dinieren und dann noch gemütlich am Lagerfeuer sitzen und den Coyoten beim Heulen zu hören! Schöner könnte man es sich ja eigentlich nicht vorstellen!


Auf der Klippe: Unser Traumhaus!

Doch so schön wie wir es hier auch haben, wir bekommen immer wie mehr Heimweh! Und vielleicht tönt es schon fast krankhaft, aber wir freuen uns, dann auch endlich wieder arbeiten gehen zu dürfen! Aber glaubt nicht etwa, dass wir süchtig nach Stress, Problemen und dergleich sind, aber unsere Hirne streben nach geistigen Herausforderungen! Irgendwann beherrscht man jeden Trick im Photoshop und auch das schwierigste Sudoku ist irgendwann gelöst. Ich habe mir sogar schon eine Mundharmonika gekauft...


Auch solche Felsen sind häufig zu sehen.

Also an Alle auf der Arbeit: Lasst uns noch einige Herausforderungen!


Die Pelikane geniessen wie wir die Sonne!

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24. Oktober 2006

Wir genossen die einsame Gegend, die wärmende Sonne, die Herbststimmung und noch immer die Vorfreude auf die Heimkehr! :-) Die folgende Nacht logieren wir auf einem wunderschönen, privaten Campingplatz. Ich fühle mich hier wie Zuhause - es ist uns wohl hier. Zwischen Laubbäumen versteckt steht unser Camper, Schilfstauden stehen hie und da, Gänse hörten wir immer wieder. Hier herrscht richtige Herbststimmung, die ich noch in vollen Zügen geniesse. Wohl gerade, da ich mir doch bewusst bin, zurück in der Schweiz geht's schon bald der Adventszeit zu!

Um den Sudokubericht nicht auszulassen, Thomas wagte sich heute Abend an ein kniffliges 16-er Sudoku, welches dann abendfüllend wurde. Eigentlich wurde der Entschluss gefasst zu unterbrechen und nun zu schlafen, doch das Heft lag aufs mal wieder vor ihm! Mehrmalige misslungene Versuche folgten...das Sudoku wurde noch heute Abend fertig gelöst, worauf Thomas dann tief einschlief. Wo ist die nächste Suchtberatungsstelle? ;-)

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25. Oktober 2006

Heute unternahmen wir wieder eine Velofahrt in die Redwoods. Bis zum Redwood Nationalpark haben wir es immer noch nicht geschafft, logieren wir doch immer noch im Humboldt State Park und hier gibt es schliesslich die Längsten der Längsten! Der Rekord liegt bei über 360 Fuss (108 Meter)!


Ein Froschkönig?

Steht man ausserhalb des Waldes, sehen die Bäume wie bei uns aus. Wie Einstein schon sagte, es ist eben alles relativ! Steht man dann am Fusse eines solchen Riesen und schaut zu den untersten Ästen hinauf, welche auf rund 40-50 Metern beginnen, werden einem die Dimensionen dieser Bäume erst richtig bewusst.

Deshalb sind die Redwoods für viele Kalifornier eine Art Heiligtum. Früher soll es die Redwoods auf der ganzen nördlichen Hemmisphäre gegeben haben. Heute gibt es nur noch zwei Sorten: die Sequoias, von welchen wir bereits berichtet haben, und eben die Coast Redwoods. Und ausser einem kleinen Gebiet in der Mongolei gibt es die Redwoods eben nur noch in Kalifornien. Die Emmentaler Rottannen gingen wohl vergessen. Oder in Anbetracht der mickrigen Tannzapfen (die sind kleiner als eine Baumnuss), die die Redwoods haben, wurde die Tatsache vielleicht auch verdrängt.

Auf alle Fälle wird man mehr als entsetzt angeschaut, wenn man sich erkundigt, für was das Holz dieser Coast Redwoods zu gebrauchen sei. Das Schicksal der Redwoodbäume liegt darin, zu wachsen, alt zu werden, dann irgendwann umzufallen und zu verrotten. Mit Ausnahme derjenigen Pflanzen, welche ausserhalb eines häutigen Schutzgebietes aufgewachsen sind. Diese werden zu Tourismuszwecken ausgehöllt, Wohnungen werden in die Stämme eingebaut, Tunnels durch den Stamm geschlagen, so dass eine Durchfahrt für Autos möglich wird und Gondelbahnen in die Wipfel gebaut.

Durch den Schutz der Wälder ist es in den Wälder sehr dunkel. Die Riesentannen bilden ein so dichtes Dacht, dass kaum Licht durchscheint. Dementsprechend wächst am Boden auch nichts nach. Es sind nur sehr selten junge Bäume zu sehen. So gesehen sind die Coast Redwoods tatsächlich vom Aussterben bedroht und hier ist wohl auch der Grund zu suchen, weshalb die Redwoods ausserhalb Kalifornien nach und nach verschwunden sind.


In der Mitte der höchste Baum der Welt. Zum Fotografieren ernüchternd.

Aber der Duft, den diese Bäume an sonnigen Tagen ausströmen ist unglaublich! Allein dieser Geruch ist eine Reise nach Kalifornien wert! Da können die Emmentaler Redwoods dann leider doch nicht mithalten!


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26. Oktober 2006

Im Westen nichts Neues! Zumindest nicht von uns! Wir logieren immer noch im Humboldt State Park.

Und verfolgen mit Interesse die Kongresswahlen. Oder belustigen uns zumindest über die Werbung am Radio. In den USA ist Werbung für Politiker erlaubt. Und auch die vergleichende Werbung ist erlaubt.

Diese Möglichkeiten resultieren bei den Produkten darin, dass die einzige Botschaft eines 30 Sekunden Radiowerbespots darin liegt, dass die Erdnussbutter A nur 72% Fett beinhaltet, statt der 72.5 % der Erdnussbutter B. Da liegt die Schlussfolgerung natürlich nahe, dass die Erdnussbutter A sehr gesund ist, ja eigentlich schon fast als Medikament gelten sollte.

Aber auch für die Erdnussbutter B sieht es nicht schlecht aus. Schliesslich beinhaltet sie immer noch mehr als 27 % weniger Fett als reines Fett. Und das darf mehr als einmal erwähnt werden.

Ähnlich tönt die politische Werbung. Der Unterschied liegt einzig darin, dass sich die Werbung eigentlich nur auf den Gegner konzentriert. Der eigene Namen wird nur ganz, ganz kurz am Schluss noch erwähnt.

So erfahren wir jeden Tag, wie schlecht es um uns steht, können aber gleichzeitig mit dem guten Gefühl schlafen gehen, weil wir wissen, dass der Verursacher am nächsten Wochenende abgewählt wird.

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27. Oktober 2006

Bärenangriff! Aber keine Angst, uns ist nichts passiert! Als wir heute beim St. Patrick State Park - wir sind also weitergefahren - direkt an oder besser gesagt hoch über der stürmischen und schäumenden Küste unseren Camper parkierten hatten wir die Bärenwarnung zwar gelesen, aber nicht wirklich zur Kenntnis genommen, schliesslich sind wir seit über zwei Monaten in Bear-Country und da auch hier die Saison längst vorbei ist, hängt in der Regel an den Anschlagsbretter noch das Augustprogramm. Warnungen, dass kürzlich ein Bär auf dem Campingplatz gesehen worden ist, kümmern oder kümmerten uns also nicht mehr gross.


Es ist lange her, seit den wundervollen Sonnenuntergängen auf Vancouver Island!

Nachdem wir einen romantischen Sonnenuntergang genossen hatten, bereitete Karin ein wie immer sehr feines und ausgiebiges Abendessen vor, während ich versuchte mittels feuchtem Holz ein Feuer anzufachen. Während dem wir dann unter dem herrlichen Sternenzelt Poulet grillierten und kleine Brötchen backten, raschelte es plötzlich neben uns im Gebüsch, wir sahen plötzlich zwei funkelnde Augen und mit schnellen Schritten kam ein riesiger, fetter Bär auf uns zu. Die Bemerkung, dass es sich "nur" um einen Waschbär handelte vermindert die Tragik zwar massiv, soll aber dennoch erwähnt werden, um doch bei der Wahrheit zu bleiben. In sekundenschnelle war der Waschbär auf unserem Tisch und wollte sich schon an unserem Salatbuffet verköstigen, als wir in mit Krach verscheuchen konnten


Besuch aus dem Gebüsch.

Doch kaum war ich wieder am Feuer abgesessen, erfolgte der zweite Angriff! Mit (Ach und) Krach konnten wir ihn auch ein zweites Mal verscheuchen. Diesmal blieb es dann auch ruhig und wider unser Erwarten tauchte er nicht noch einmal auf. Karin und ich machten dann Witze, dass er nun vielleicht seinen grossen Bruder, also den Schwarzbär, vor welchem an den Anschlgbrettern gewarnt wird, holen wird und in Kürze mit diesem wieder angeschliechen kommt.

In der Tat, einige Momente später raschelte es umsoheftiger im Gebüsch und unser Waschbär kam nicht mit einem, sondern gleich zwei weiteren Raufkumpanen. Trotz vereinten Kräften schafften wir es diesmal nicht, die Angreiffer zu verscheuchen. Hatten wir jeweils einen zurück ins Gebüsch gejagt, setzte ein anderer schon wieder zum Sprung auf unswren Tisch an - bis Karin den Salat im Camper verschloss. Dann war plötzlich Ruhe.


Wo gibt es hier etwas zu essen?

Doch kurz darauf folgte der Höhepunkt! Nachdem "unsere" Waschbären einsahen, dass es bei uns nichts gibt, ein paar Dutzend Meter weiter im Dominostil ein riesen Gekreisch los, gefolgt von heftigem Schletzen von Türen. Als wir nachschauen wollten, ob etwas Schlimmes passierte, trafen wir überall verlassene Feuerstellen an und konnten zudem mitanhören, wie in den Campern reghafte Diskussionen stattfanden. Und unsere Räuberbande erhielt wohl auch, was sie wollte!


Auch die Lagerfeuerromantik darf in unseren Ferien nicht fehlen!

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28. Oktober 2006

Wir sind nochmals ein kleines Stück weiter nordwärts gefahren und lagern nun im Klamath, im nördlichen Teil der Redwoods. Am unserem Programm hat sich nicht viel geändert, wir geniessen so oft wie möglich die Sonne und sind abwechselnd zu Fuss oder mit dem Fahrrad unterwegs!


Wir sind in Klamath angekommen.

Noch eine Bemerkung betreffend Fotos. Diese werden noch kommen! Einerseits haben wir aber von den Redwoods keine spektakulären Fotos (diese Bäume muss man sehen und fühlen) und anderseits macht unser Notebook, auf welchem wir die Fotos bearbeiten, momentan schlapp. Ihr müsst Euch also vorerst mit dem Text begnügen. Sorry!

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29. Oktober 2006

Ich wurde aufgrund meiner spöttischen Kommentare über die Amerikaner darauf angesprochen, ob ich/wir die Nase von den USA voll hätten.

Keinesfalls! Die Amerikaner geben in vieler Hinsicht zum Denken anlass. Aber keineswegs nur im negativen Sinn! Neben der wundervollen Natur ist die total unterschiedliche Denkweise der Amerikaner ein weiterer interessanter Höhepunkt meiner/unserer USA-Reisen.


Achtung!


Auf einer einsamen Küstenstrasse.

Vor allem beeindruckt mich, dass hier die Eigenverantwortung viel grösser geschrieben wird als in Europa. Gibt es ein Problem lavieren wir oftmals jahrelang hin und her und handeln erst, wenn mindestens zwei neue Gesetze in Kraft getreten sind. Bevor wir handeln, uns einschränken oder etwas anders machen, kennen wir immer jemanden, der noch schlimmer ist als wir. Und deshalb lassen wir es bleiben, bis es zumindest Subventionen gibt. Hier in den USA bekomme ich den Eindruck, das versucht wird, das Problem zuerst auf freiwilliger Basis zu lösen.

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30. Oktober 2006

Jetzt hatten wir uns gerade die neuste Single von Roxette heruntergeladen und schwelgen nun in Erinnerungen aus unseren "Jugendjahren". Karin fühlt sich wieder in die Kochschule zurückversetzt und ich träume von meinen ersten Snowboard-Abenteuern sowie der Maturaabschlusszeit, wo alles Trumpf war, ausser das Lernen.


Vogelspuren im Sand .

Wie ihr seht, haben wir nicht mehr viel neues zu Berichten. Wir geniessen einfach das Nichtstun und das herrliche Herbstwetter. Eigentlich hätten wir schon am Sonntag weiterfahren wollen. Weil wir aber nochmals an den Strand wollten und die Seelöwen (oder was es sind) zu beobachten und auch endlich noch zu fotografieren, fahren wir auch heute nicht weiter und bleiben noch für eine dritte Nacht.

Mit den Seelöwen hatten wir dann aber Pech. Heute wollte sich keiner am Strand sonnen. So sassen wir einfach eine Zeit lang am Strand und schauten Seehunden (???) Fischen zu. Aber auch diese waren nicht für ein Fotoshooting zu begeistern!

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