Ferientagebuch Kanada - USA 2006 von Karin Houriet & Thomas Friedli, erlebt vom 22. August bis 6. November 2006 |
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31. Oktober 2006 |
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| Es sollte nicht sein, wir verliessen heute die Redwoods ohne sie im Regen besucht haben zu können. Nach wenigen Kilometern überquerten wir die Grenze zu Oregon, dem nach Washington, Idaho, Montana, Wyoming, Utah, Arizona, Navada und Kalifornien neunten Staat, den wir auf unserer Reise besuchten. Und das Paradies für alle, die gerne einkaufen! Nicht dass es hier besonders schöne und vielseitige Einkaufsparadiese gibt, nein, hier in Oregon gibt es einfach keine Sales Tax (~Mehrwertsteuer). Jedes Cookie kostet also genauso viel wie angeschrieben und es wird kein Zuschlag zwischen 7% und 14% erhoben.
Darauf hatte ich gewartet und dementsprechend leer war unser Dieseltank, als ich in Oregon die erste Tankstelle anfuhr, die Kreditkarte durch den Leser zog, den Tankstutzen ansetzte - und strafffällig wurde! In den USA hat jeder Staat neben der Sales Tax Hoheit auch seine eigenen Gesetze, die State Laws. Und die sind oftmals mehr als veraltet, aber der Stolz der Einheimischen! Und eines dieser Oregon State Laws verbietet es einem nicht Tankwart bei 5'000$ Busse, die Tanksäule auch nur zu berühren. Als ich mich höflich entschuldigte, es aber nicht unterlassen konnte zu erwähnen, dass dies auf der ganzen Welt wohl der einzige Ort sei, wo man nicht selber tanken dürfe, verschlimmerte sich meine Lage nur. Denn schliesslich sei dies auch in New Jersey nicht erlaubt! Aber wer war schon einmal in New Jersey tanken? Ich nicht! Wir hatten aber Glück und kamen jedoch mit einem blauen Auge - und einem vollen Tank - davon.
| Kurz darauf kamen wir zu den Oregon Dunes, wo wir einen längeren Spaziergang durch die riesigen Sanddünen machten und aufgrund der Lichtverhältnisse oftmals das Gefühl hatten, wir seien im Schnee! Am Abend gingen wir noch aus, um eine Pizza zu essen. Schliesslich war Halloween und wir konnten unser 51. Jubiläum feiern! Und wurden nochmals um eine Erfahrung leichter. Einsam und verlassen sassen wir in der Pizzeria und durften mitansehen, wie unser Kellner telefonisch eine Bestellung nach der anderen entgegennahm und eine Pizza nach der anderen in einer Kartonschachtel verpackte und uns darob immer wieder vergass. Nach etwas mehr als drei Stunden hatten wir es dann doch geschafft, eine Bestellung aufgeben zu dürfen, etwas zu trinken zu bekommen, uns eine Pizza zu ergattern, ein Refill zu erkämpfen und schlussendlich auch noch die Rechnung zu erobern. Unser heutiger USA-Reise-Tipp: Bestellt Euch in den USA die Pizza an Halloween nach Hause!
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1. November 2006 |
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Etwas nördlich der Oregon Dunes gibt es die Sea Lion Caves, wo in einer Höhle hunderte von Seelöwen beobachtet werden können, welche dort Unterschlupf suchen. Diese waren unser erstes Ziel heute. Nachdem wir das Visitor Center mit den immer gleichen Produkten (egal ob im Glacier Nationalpark oder eben hier in Oregon überall wird Huckleberry Tea und Huckleberry Pancakemix verkauft) durchquert hatten, fragte ich zum Glück vor dem Kauf der Tickets noch nach, ob heute überhaupt Seelöwen anzutreffen seien. Ehrlicherweise verneinte die Verkäuferin dies. Sie hätten keine Ahnung, weshalb die Löwen heute nicht da seien. Aber die Schucht sei auch sonst sehr schön! Ich besuchte die Sea Lion Caves bereits vor acht Jahren und konnte mich beim besten Willen nicht daran erinnern, was es in diesen feuchten, kalten, extrem stinkigen und lauten Höhle Schönes zu sehen gab, ausser den Seelöwen. So verzichteten wir dankbar auf das Angebot. |
Ein bis zwei Meilen weiter parkierten wir unseren Camper nochmals an den Strassenrand, um zu prüfen, ob nicht wenigstens im Wasser einige Seelöwen zu sehen seien. Und wurden von einer aus hunderten von sich räkelnden Tieren bestehenden Herde Seelöwen am Fusse der Küste überrascht. Und das Beste: Von hier war der Geruch dieser Tiere noch zu ertragen!
P.S. an die Kollegen von volleyliebefeld: nehmt Euch in acht! Ich habe mir heute ein paar neue Volleyballschuhe mit Superdämpfung und Extrahaftung für schnelle Start und Stopps gekauft! Ich glaube, mit diesen wird keine Abnahme zu schlecht sein, um nicht noch den perfekten Pass spielen zu können. Kein Netz wird zu hoch und kein Block zu dicht sein mit diesen Schuhen. Aber für den stolzen Preis von $19.99 darf man ja auch nichts anderes erwarten! Ich freue mich, ins Training kommen zu dürfen! Und viel Glück am Samstag!
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2. November 2006 |
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| In Oregon ist der "Winter" eingetroffen. Heute morgen hatte mir ein Engländer im Waschraum erklärt, dass es in Oregon wie in England nur zwei Jahreszeiten gibt. Sommer und Winter oder eben Regenzeit. Und diese hat in der letzten Nacht begonnen. Nach mehreren Wochen wunderschönes Wetter trommelt es nun unaufhörlich auf unser Camperdach. Zeit also für uns, definitv die Heimreise in Angriff zu nehmen. New Country und Rock Classics aus dem Radio mussten einer CD mit Züri West, Gölä und Schmetterband weichen. Statt weather.com ist neu wieder NZZ.ch unsere Adresse, um uns übers Wetter zu informieren. Wir freuen uns, wieder heimzukommen! Die Reise hatten wir mit vier Koffern und weit über 100kg (Ich meine das Gewicht des Gepäckes) in Angriff genommen. Unterdessen sind noch unsere zwei Fahrräder und das eine oder andere Souvenier dazugekommen. Und beim Abflug wurden wir von British Airways freundlich daraufhin gewiesen, dass sie die Gepäckvorschriften ändern werden und auf unserem Rückflug jedes Gepäckstück statt maximal 32kg nur noch 23kg wiegen darf. Wir haben also noch eine kleine Herausforderung vor uns! | So studieren wir die Seiten von FedEx und UPS, um uns auszurechnen, wie teuer uns die Rückreise kommt und wie teuer uns das eine T-Shirt oder die andere Jeans wirklich noch sind. Dazwischen konsultieren wir auch noch die Website von British Airways, damit wir betreffend unseren Fahrräder alles richtig machen werden. Auf der sehr modernen Seite gibt es dutzende Seiten über Passier- und eingechecktes Gepäck. Doch überall sind 32kg erlaubt. Typisch, denke ich, die haben vergessen die deutsche Seite anzupassen. Doch auch in Englisch: 32kg sind erlaubt! Wenn ich nach den rund 11 Wochen eine Ferienempfehlung machen kann, dann diese: Wenn Ihr beim Fliegen Üerraschungen liebt - dann fliegt mit British Airways! Ich gehöre aber nicht in diese Gruppe Gegen Abend wurden wir dann noch sportlich! Kurz vor sechs blies Karin statt wohlig warme nur noch kalte Luft um die Füsse. Konnte dies tatsächlich sein, dass wir in der letzten Zeit so viele Brownies gebacken hatten, dass das Gas nicht bis zu unserer Abreise reicht? Gibt es heute Abend nichts Warmes zu Essen? Wird Karin schlottern müssen? Zum Glück kam mir in den Sinn, dass auf diesem Campingplatz bis um 18:00Uhr Gas gekauft werden kann. Wir stürtzten uns aus dem Camper, schraubten den Gashahn zu und den Gasschlauch ab und rannten in die Rezeption. Mit Amerikanischer Gründlichkeit wurden sämtliche Uhren geprüft. Doch leider zeigte keine mehr als 17:59 Uhr an. Wohl oder übel musste sich die gute Frau in den Regen begeben um unsere Gasflasche mir einer lächerlichen Gallone Propan zu füllen. Wir hatten Glück! Wir dinierten ausgezeichnet und Karin musste nicht frieren! |
3. November 2006 |
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| Vor ein paar Tagen habe ich geschrieben, dass Oregon das Paradies ist, für alle die gerne einkaufen. Heute stellten wir das Paradies für alle Verkäufer dar! Für den Transport unserer beiden Fahrräder benötigen wir je eine Kartonbox. Obwohl wir unseren Velohändler in Vancouver extra darauf hingewiesen haben, dass wir am 6. November noch einmal vorbeikommmen werden um zwei Kartonboxen für unseren Heimflug abzuholen, wollte das Geschäft heute nichts mehr davon wissen. Sie hätten gar keine Kartonschachteln. So mussten wir wohl oder übel einen anderen Velohändler aufsuchen. Der erste Velohändler, dem wir unser Problem ausführlich schilderten, hatte richtiggehend Mitleid mit uns. Noch grösser war allerdings sein Geschäftssinn. So nutzte er unsere Not schamlos aus und verlangte 20$ für Kartonboxen, welche er eigentlich als Abfall entsorgen mussten. Wir bezahlten Zähneknirschend und waren froh, wenigstens so schnell zu unseren Kartonboxen gekommen zu sein. | Für heute gibt es daher nur einen Antitipp: Falls Ihr einen schlechten Service beim Kauf von Velos sucht., seid ihr hier richtig: Bycicle Sports Pacific. Für alle anderen: Hände weg! Am Abend trafen wir dann in Seattle ein, wo wir von Barbara und Kyle wie immer sehr freundlich begrüsst wurden und zu einem hervorragenden Abendessen eingeladen worden waren. Karin genoss es, wieder einmal feinen Fisch zu essen und ich konnte nicht wiederstehen, noch einmal in einen richtigen, amerikanischen Burger beissen zu können. Die Burgers in den Restaurants sind in der Regel um Klassen besser als bei Burger King oder McDonalds. Allerdings erfordern sie oftmals etwas Kieferakrobatik! |
4. November 2006 |
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| Schwein gehabt! Von unseren Problemen mit dem Gepäck haben wir ja bereits geschrieben. Trotzdem oder gerade deswegen sind wir heute auf Shoppingtour gegangen! Kyle arbeitet als Pilot bei Alaska Airlines und als Mitarbeiter dieser Fluglinie hat er bei Fedex rund 70% Rabatt. Sein Angebot, dass er etwas Gepäck für uns in die Schweiz senden würde, nahmen wir natürlich gerne entgegen! Karin habe ich also in einem Handarbeitsladen abgesetzt und so blieb mir viel Zeit, mich mit Waren einzudecken, die in den USA günstiger sind als in der Schweiz (dies war allerdings auch schon einfacher, trotz des momentan tiefen Dollars). Schliesslich müssen wir ja auch die Restkosten von Fedex finanzieren! | Unser Ferientipp für Shopping in Seattle: Der Southcenter Parkway in Tukwila, südlich von Seattle. Aber rechnet genug Zeit ein! Nach dem Shoppen packten wir noch unsere Koffer. Wir werden die Heimreise mit zwei Handgepäckstücken, zwei Fahrrädern, einem Rucksack und vier grösseren Koffern. Dank Fedex müssen wir jedoch nur das Handgepäck, die Fahrräder sowie zwei Koffern mitschleppen. Auch hoffen wir darauf, dass British Airways ihren Gepäckservice noch nicht verbessert hat und so es nicht schaffen, unsere Fahrräder in London zeitgerecht umzuladen, so dass sie sie nach Hause liefern müssen. |
5. November 2006 |
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| Unser letzter richtiger Ferientag. Diesen gingen wir gemächlich an. Nach einem feinen Pancake-Frühstück genoss es Karin, noch einmal mit Mevina spielen zu können, welche unterdessen ihre Scheu uns gegenüber vollständig abgebaut hatte. Währenddem diskutierte ich mit Kyle ausgiebig die Vor- und Nachteile der Steuersysteme unserer beiden Länder. So schlecht steht bei uns in der Schweiz also auch wieder nicht, war mein Fazit. Am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Weg in Richtung Vancouver. Das Nachtessen liesen wir uns in einem IHOP (International House Of Pancake) schmecken, unserem Lieblingsfastfoodlokal. In Bellingham parkierten wir unseren Camper vor einem Home Depot, wo wir uns Zeit nahmen, unsere Fahrräder in Einzelteile zu zerlegen und in den Kartonschachteln zu verstauen. Wir stellten schnell fest, dass wir den richtigen Ort für diese Tätigkeit gewählt hatten, mussten wir doch insgesamt dreimal Werkzeuge oder Klebeband kaufen gehen. |
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6./7. November 2006 |
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| Und British Airways versagt auch dieses Mal. Allerdings haben wir dieses Mal keine Chance auf Schadenersatz. Wie vor ein paar Tagen geschrieben, hofften wir darauf, dass BA es nicht schafft, die beiden Fahrräder rechtzeitig in London umzuladen. Als wir dann auf dem Flug von Vancouver nach London noch etwas mehr als eine Stunde Verspätung hatten und wir nur ganz knapp den Flieger nach Zürich noch erreichen konnten, waren wir uns eigentlich sicher, dass BA all unser eigechecktes Gepäck nach Hause liefern wird. Trotzdem gingen wir nach der Passkontrolle nicht direkt zum Fundbüro sondern wollten noch ein paar "Anstandsminuten" an der Gepäckausgabe abwarten. Als das Tor aufging und das Rollband zu laufen begann, waren wir schon fast geschockt, als wir feststellten, dass das erste Gepäckstück unser war. So ging es weiter. Nach fünf Minuten hatten wir unser Gepäck inklusive Fahrräder. Nachdem wir dem Zoll klar machen konnten, dass wir nur Waren innerhalb der Zollfreigrenzen in den USA und Kanada gekauft hatten, wurden wir dann auch schon von meiner Mutter abgeholt. Wegen dem doch etwas unerwartet vielen Gepäck mussten allerdings auf der Heimfahrt noch etwas improvisieren! | Zu meiner (unserer) grossen Überraschung muss ich (müssen wie) auch hier nicht auf Süsses verzichten! Merci Marie-Claire, dass ich von den Schocko-Brownies auf Schoggichüechli umstellen kann und dank Larissa & Marc kann ich die Cookies durch Kambligüetzi ersetzen. Ich glaube, diese Umstellungen bringt mein Magen hin!
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