Ferientagebuch Kanada - USA 2006 von Karin Houriet & Thomas Friedli, erlebt vom 22. August bis 6. November 2006 |
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15. Oktober 2006 |
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| Wie im Bericht zu Las Vegas erwähnt, haben wir den südlichsten Punkt erreicht und es geht nun wieder nordwärts, zurück nach Vancouver, wo wir unsere Ferien abschliessen werden. Damit einher geht auch die Erkenntnis, dass auch die längsten Ferien zu kurz und vor allem auch ein Ende haben.
Schon fast symbolisch erleben wir hier im Death Valley (Tal des Todes) auch den "Tiefpunkt" unserer Reise. Durch das auseinanderdriften der nordamerikanischen tektonischen Platten entstand eine Art Lücke, weshalb dieses Tal zu einem bedeutenden Teil unter dem Meeresspiegel liegt. Das Death Valley ist aber auch der wärmste und nach der Antarktis auch trockenste Platz auf unserer Erde.
Mich faszinieren in diesem riesigen Tal die mit verschiedenen Farben gefärbten Sanddünen, Lehmhügeln, Felsen und Gebirgen. Vor allem wenn noch genug Zeit vorhanden ist um zu sehen, wie sich die Farben mit dem Sonnenlicht ändern. |
Aber fast am meisten fasziniert mich die Vorstellung, dass neben diesem für Pflanzen und Tiere sehr unwirtlichen Tal, quasi durch einen "Hügelzug" (Sierra Nevada) getrennt, mit den Sequoia Bäumen die grössten Pflanzen auf dieser Welt wachsen.
Ob für uns die Zeit reicht, noch den Sequoia oder den Yosemite National Park zu besuchen, ist zur Zeit noch offen. Vorerst geniessen wir nun diesen Park! Bemerkenswert ist noch, dass wir bei allem Wetterglück, das wir bisher hatten, ausgerechnet den trockensten Platz der Welt bei Regen anfahren durften! |
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16. Oktober 2006 |
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M. & Ms, noch vielen Dank für Euren Gästebucheintrag! Die Ferienzeit reicht natürlich auch uns aus, um Hirngespinste zusammenzuspinnen wie z. B. über unsere berufliche Tätigkeit. Vielen Dank fürs Lob unserer Berichte und Bilder!!! :-)...Doch, um uns den wenn auch bescheidenen Lebensunterhalt leisten zu können, müssten unsere Namen in der Gesellschaft wohl noch ein kleines Bisschen bekannter sein. ...Oder dürfen wir Euch als Sponsoren zählen? ;-)
Heute schwangen wir uns wie geplant auf die Bikes. Bezeiten gings los, um nicht in zu grosse Hitze zu geraten. Badwater war unser Ziel, der mit minus 86 Meter tiefste Punkt der westlichen Welt mit ausgetrockneten Salzseen und somit reichlilch Salzkristallen>/ -Krusten. Die 20 Meilen erachteten wir als angemessen, um am Mittag, wenn die Sonne alles gibt, wieder zurück zu sein. Das Höhenprofil schien uns ein Leichtes, hatten wir doch nur 20 Höhenmeter zu bewältigen. Marie-Claire und auch Adrian, ich habe beim Tagebuchschreiben immer etwas Hemmungen - bin ich mir doch bewusst, ich bräuchte einen Auffrischungskurs was die Kommasetzung anbelangt!...Bitte nehmt es nicht zu genau! MERCI!!! :-) | ...Mit reichlich Flüssigkeit strampelten wir schon bald gegen den Wind. Wenige Autos überholten uns, ansonsten herrschte Stille. Nach einigen hartnäckigen Meilen - wegen des Gegenwindes - breiteten sich die Salz"seen" vor uns aus und als wir vor einer mächtigen Salzfläche standen, beschlossen wir darauf einen Spaziergang zu machen, um dieses Mineral zu bewundern. Es knisterte unter den Füssen, blendete ohne Sonnenbrille mit seinem Schneeweiss und lägen die Temperaturen im Minusbereich, hätte ich der Farbe und dem Geräusch nach meinen können, auf Eis zu gehen! Einmal war es eine riesige weisse Fläche, die mit einer Salzkruste bedeckt war, dann aber auch grosse Flächen mit wabenförmigen Mustern...ach Thomas, ich bitte hier um ein Foto! :-)
Nach diesem ausgedehnten Spaziergang hatten wir auch genügend Sonne getankt und hatten den Gegenwind, der zwar nicht mehr so stark blies, satt. So wendeten wir und machten noch einen Abstecher in den Golden Canyon. Dort deponierten wir anfangs des Tales die Velos und spazierten schon bald zwischen gelbem Sandstein, der in der Sonne leuchtete. Mir war es zu wenig schattig, so dass ich nach einem gemütlichen Spaziergang die Heimfahrt vorzog, um beim Camper unter dem Baum Schatten zu tanken und etwas Kühles zu trinken. Thomas freute sich auch auf diesen Moment, bevorzugte es aber, noch einige Fotos zu schiessen und ein Stück weiter zu gehen. Ich fasste die Bestellung, doch bitte eine Flasche Cola kühl zustellen. Wird gemacht! So ging ich die zurückgelegte Strecke im Canyon wieder zurück, wobei ich zahlreichen Touristen begegnete, wobei mich ausnahmslos jede Gruppe befragte: "Is it far?" oder "How far is it?" So kam ich in de Genuss, wieder mal einfachste englisch Konversation anzuwenden. Der wohl einzge Vorteil, wenn man alleine unterwegs ist... :-)
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17. Oktober 2006 |
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| Schnee!!! Wer denkt schon an Schnee, wenn er oder sie mittags bei 31° Celsius am Schatten sitzt? Wenn es um eine Abkühlung geht - ja klar, permanent! Aber wer denkt schon daran, dass sie oder er am Abend wegen geschlossenen Pässen sitzen bleibt? Ich jedenfalls nicht! Und so schlottern wir nun bei Minustemparaturen in Lee Vining auf einem Campingplatz und hoffen, dass die Pässe morgen wieder offen sein werden!
Aber alles der Reihe nach. Am Morgen machten wir noch einen ausgedehnten Tripp per Bike und Pedes durch einige Sanddünen und machten uns nach einem kleinen Imbiss um die Mittagszeit auf den Weg, das Death Valley zu verlassen und östlich der Sierra Nevada nordwärts zu fahren. Ziel war Bishop, evtl. sollte es gar bis in den Yosemite National Park reichen. Dazwischen besuchten wir noch die Alabama Hills. Diese Gegend ist eine Art Miniature-Arches National Park, nur dass die Bögen und Steinskulpturen grau statt rot-orange sind.
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Uns fiel relativ schnell auf, dass die Temparaturen ausserhalb des Death Valley bedeutend kühler waren und dass der Tiogapass 3000m. ü. M. liegt, war mir auch klar. Dennoch staunten wir nicht schlecht, als wir kurz nach Bishop das Schild sahen, dass sowohl der Tioga- als auch der Sonorapass geschlossen sind. Wenn wir also nicht wieder zurück nach Nevada wollten um weiter Richtung Norden zu fahren, mussten wir wohl oder übel die Nacht abwarten. In Lee Vining am Mono Lake haben wir dann einen schönen Campingplatz gefunden. Wegen der eiskalten Temparaturen war uns jedoch keineswegs nach einer Bootstour oder anderen Wasseraktivitäten zu mute. Der sternenklare Nachthimmel stimmt uns jedoch optimistisch, dass auch morgen wieder schönes Wetter ist und die beiden Pässe noch einmal öffnen, bevor sie dann in wenigen Tagen endgültig wegen des nahenden Winters geschlossen werden. Noch ein Hinweis für diejenigen, die unsere Tagebücher nach Tipps für eine eigene Reise durchstöbern: Wir haben hier den Campingplatz mit den absolut saubersten Sanitären Anlagen entdeckt! Wobei zu sagen bleibt, dass wir auch noch nie schlechte Erfahrungen gemacht haben! |