Ferientagebuch Kanada - USA 2006

von Karin Houriet & Thomas Friedli, erlebt vom 22. August bis 6. November 2006

22. August 2006

So, heute geht es also nach einer langen Vorbereitungszeit los. Obwohl wir in den Tagen und Wochen zuvor bereits viel erledigt hatten, waren wir gestern trotzdem noch den ganzen Tag auf den Beinen, um alles notwendige einzupacken oder für die lange Abwesenheit vorzukehren.

Die neuen Flugsicherheitsmassnahmen haben es uns auch nicht leicht gemacht. Auf jeden Fall dürfen wir nun wieder eine kleine Notebooktasche mitnehmen und müssen nicht mehr mit einem durchsichtigen Abfallsack am Check-In vorsprechen.

Nachdem wir letzten Freitag erfahren haben, dass unser Camper "technische Probleme" hat und wir ihn deshalb erst einen Tag später übernehmen können, haben wir die dadurch entstandenen Umtriebe auch erledigen können. Wobei ich immer noch glaube, dass das "technische Problem" eher darin besteht, dass der Vermieter unseren Camper noch kurzfristig vermieten konnte.

Die Wetterprognosen für Vancouver sind für die nächsten Tage jedoch sehr gut, so dass wir heute Morgen frohen Mutes und voller Neugier, was uns die nächsten elf Wochen bringen werden, aus dem Hause gegangen sind. Einzig auf den Flug via London Heatrow nach Vancouver und die damit verbunden Umtriebe und Stresssituationen hätten wir gerne verzichtet.

 

Beim Einchecken erlebten wir dann die eine oder andere Überraschung. Die gesamten verschärften Sicherheitsmassnahmen erweisen sich immer mehr als Interpretationsfrage. Insbesondere bei meinem Fotorucksack teilten sich die Meinungen. Die eine Hälfte war der Meinung, es sei zu gefährlich, den Fotorucksack einzuchecken (weil die Fotoausrüstung dies nicht verkraften würde) und das Mitnehmen als Handgepäck problemlos, obwohl die zugelassen Grösse um mehr als das doppelte überschritten wird, die andere Hälfte war sich völlig sicher, dass wir mit diesem Rucksack nie und nimmer durch den Flughafen Kloten kommen würden. Schlussendlich hat dann der Chef entschieden: Wir checkten das Gepäck ein, mussten dafür keine Gebühren für die überzählihgen Gepäckstücke bezahlen.

Nach "lediglich" zwei Stunden war dann das Einchecken des Gepäcks vorbei. Die restlichen Massnahmen waren enttäuschend. Keine Leibesvisitation, kein Ausziehen der Schuhe, kein zweites Scannen, nichts, nichts, nichts. So schnell war ich noch nie durch die Sicherheitsprüfung gekommen! Aber wir wurden gewarnt, dass dann in London alles sehr viel strenger sein wird. Wir waren also gespannt!

Ich, Karin, muss ich doch noch ergänzend zu Wort melden! ;-) . Gespannt sind wir auch auf den Rückflug! So wurde uns doch heute am Airport bekannt gegeben, dass aufgrund neuer Reisegepäckregelungen ab dem 11.Oktober bei British Airways statt den 36 kg Reisegepäck, nur noch 23 kg mitgeführt werden dürfen. Das erfuhren wir nach unserem einchecken...irgendwie müssen wir in der USA und Kanada massiv an Gewicht "verlieren"!

Aber wer denkt denn schon an den Rückflug!? Vor uns liegen rund 12 erlebnisreiche Wochen!!! Los gehts...wir heben gleich ab!

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22. - 25. August 2006

Wir melden uns nach turbulenten, erlebnisreichen, nervenaufreibenden Tagen...natürlich auch unter Einwirkung des Jettelag zurück. Vorwegzunehmen ist, im jetzigen Moment geht es uns beiden gut, sind von den ersten Strapatzen erholt und können nun so wirklich Ferienstimmung aufkommen lassen.


Vancouver erwacht!

Aber nun mal ganz der Reihe nach! Der Flug nach Vancouver verlief recht kurzweilig. Es vergingen in London Heathrow rund 1 1/2 Stunden, bis unser Vogel dann endlich losflog...wir wartend im Flieger. Die Crew bemerkte noch kurz vor Abflug, dass das eine Rad nicht in Ordnung ist. Als dieses ausgewechselt war, konnte es aber dann losgehen - Sicherheit geht vor. Mit einem Abendessen, dass wir beide nichtmal als so-o-o schlecht einstuften und einem Frühstück, wurden wir verpflegt.


Das Warten überbrücken wir unter anderem mit Billiard-Spielen.

Um 20.30 Uhr ca. waren wir dann in Vancouver und stellten fest, dass eines unserer Gepäckstücke fehlte. British Airways nahm die Örtlichkeit tadellos entgegen, wo sie diesen Rucksack nachsenden solle, so dass wir unsere Reise fortsetzen konnten. Wie vereinbart nahmen wir beim Airport unser Mietauto entgegen und steuerten zur Jugendherberge Vancouver. Da dort nur ein Bett für uns freibehalten wurde, schlief ich auf dem Rücksitz unseres Autos ein wenig. Gross müde waren wir beide eh nicht - durch die Zeitverschiebung hatten wir noch Tag...


Jericho Beach in Vancouver.

Die folgenden Tage sind rasch erzählt. Wir rannten unserem vermissten Rucksack nach, telephonierten mit Versicherung, Hausarzt (da darin noch notwendige Medikamente enthaltten waren), telephonierten mit British Airways, die das ganze so richtig "spannend" machte und bei jeder telephonischen Anfrage unsererseits, uns einen anderen Ort bekanntgab, wo sich zur Zeit unser Rucksack befindet.


Unser erster Tag unterwegs: Saltery Bay

Wir reisten diesem Rucksack nach, nordwärts der Küste entlang mit Auto und Fähren, nach Powell River, wo wir eh hingegangen wären und weiter mit der Fähre nach Comox auf Vancouver Island. Um es doch mehr oder weniger kurz zu halten...wir waren nach 4 Tagen, wohl aufgrund hartnäckigen nachfragens, wieder im Besitze unseres Gepäckstückes mit den Medikamenten.... Es war ein englisch Crash-Intensivkurs mit all den Gesprächen! ;-)

Auf der Fähre nach Powell River.

Während diesen 4 Tagen waren wir viel unterwegs und in wundervollen Gegenden, die wir natürlich auch genossen und einige Fotos schossen. Das Tagebuch blieb während dieser Tage jedoch "liegen"...


Sonnenuntergang in Comox.

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26. August 2006

Wir machten einen Abstecher ins Inselinnere von Vancouver Island. Nach einer erholsamen Nacht im Zelt bei Miracle Beach, dem Genuss des Sonnenaufgangs dort, gings bald los. Die Rancherin unseres Campgroundes empfahl uns als Wandertip in den Strathoona Park zu gehen. Die Fahrt dorthin dauerte etwa 30 Minuten, kam uns aber irrrrrrrsinnig lang vor... Auf der Fahrt, schon in den Bergen, abgelegen zeigte uns ein Blick auf den Benzinstand, dass allerhöchstens noch ein paar Tropfen im Tank enthalten sein müssen. Thomas fuhr weiter - ich wäre inzwischen für einen Stop gewesen...hier ist es ja auch schön zum wandern...Thomas meinte, es könne ja nicht mehr weit sein und so gings weiter bergauf. Ich machte mich darauf gefasst, dass wir ntweder mit dem Benzinkännchen unter dem Arm wandern gehen oder ich das Auto zur nächsten Tankstelle schieben darf.


Im Strathoona Park.

Es reichte dann doch bis zu diesem Park, wo nun wandern anstand und der leere Benzintank in den Hinterkopf geriet. Ein echt guter Tip von dieser Rancherin! Etliche schöne, grosse Tannen, saftig grüne Wiesen, schön angelegte Wege, scheinbar unberührte, dunkelblaue Seen, "Pusteblumen"..da ich nicht Botanik studiert habe, weiss ich deren Namen gerade nicht gerade auf Anhieb. ;-)


Am Miracle Beach.

Der Rückweg, nach einer wundervollen, gemütlichen und doch fast etwas hitzigen Wanderung ging pannenfrei/ mit genügend Kraftstoff von statten. Ein Rotlicht, beim Linksabbiegen überfuhr Thomas, da er das Bremspedal nicht mehr zu fest betätigen wollte. Es reichte! Eine Shell-Tankstelle half uns dann den Tank zu füllen - Thomas erhielt von mir eine RIESENGROSSE Eiscoupe versprochen. :-)

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27. August 2006

Am Morgen wird gepackt, es herrscht Aufbruchstimmung! Wir sitzen ins Auto nach einem trockenen Frühstück...die Milch bekam zu warm - hatte sich zweigeteilt...so musste das Müesli als Knuspersnack hinhalten. aber Brot ist ja auch noch da!

Unser Vorhaben ist, nochmals in den Strathooka Park zu gehen und dort mit Rucksack und Schlafsack wild zu campen! Dort ist es erlaubt, an einem der wundervoll klaren Seen sich auch über Nacht niedezulassen!

Es kam aber anders. Ein Wegwesier zeigte auf dem Weg dorthin "forbidden Plateau" an...das müssen wir sehen! In etlichen Magazinen ist es erwähnt.¨

Es kam nochmals anders...wir verloren die Wegangabe, suchten aber dann auch nicht weiter und irgendwie zog es uns beide an die Westküste Vancouver Islands, in den Regenwald. Thomas kannte diese Gegend bereits - für mich ist's "Neuland".

Das Klima dort ist speziell. Kalt-feucht im Wald und kaum aus dem Wald viel, viel wärmer! Es ist nicht der Temperaturunterschied, der vom Wechsel Sonne/Schatten entsteht; Dieser im Regenwald/ ausserhalb des Waldes ist viel massiver.

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28. August 2006

Heute Morgen krochen wir aus einem feucht-kühlen Zelt. Etwas widerwillig schlüpften wir in unsere feuchten Kleider. Es war bewölkt und neblig zugleich.

Wir beschlossen nach Tofino zu fahren, dort frische Milch zu kaufen und dort irgendwo zu frühstücken. So wurde dies in die Tat umgesetzt. Gespannt fuhren wir nach Tofino, wovon ich schon so manch shönes gehört habe. Ich kenne Menschen, die erzählen mir mit strahlenden Gesichtern von Tofino und schwärmten...

Stockdicker Nebel erwartete uns dort, kühl-nass. Der Nebel schien sich nicht aufzulösen, so dass ich einen kleinen Eindruck der Umgebung von Postkartenständer in den Läden ehielt. Ich frühstückte stehend, fand es nicht für nötig, mich auf den nass-kalten Stein zu setzen.

Bald darauf gings zurück auf den Campingplatz, wo unser Zelt bis 11 Uhr abgebaut sein sollte. Thomas leistete Service par excellence und lud mich am Sandstrand ab. Währenddem ich nun im Genuss eines rund 90 minütigen Spaziergang dem Strand entlang - zurück zum Campingplatz war, ging er das Zelt abbauen.

Mit einigen Zwischenhalten, nebst anderen einer als wir 2 noch nicht ausgewachsene Schwazbären sahen, gings dann weiter bis zum Campingplatz Sproat Lake. Hier stellten wir unser Zelt auf und gingen gleich darauf in dessen See einen Abendschwumm geniessen. Die letzte Sonne tankten wir am See und auf dem Rückweg freuten wir uns auf unser Znacht, auf dem Gaskocher zubereitet. Spaghetti con materiale tauften wir's, welches eine sehr reichhaltige Sauce enthielt.

Nun heisst es Gute Nacht - ab aufs Mätteli, ins Zelt!

 

29. August 2006

 

 

 

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30. August 2006

 

 

 

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31. August 2006

 

 

 

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